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Bart Plugers

Auf dem Weg

Der belgische Sänger Bart Plugers wagt ein poetisches Debüt. Das Album „Blossom And Blasphemy“ (Double Moon/Bertus), mit dem er sich als 94. Mitglied in die „Jazz thing Next Generation“ einreiht, reicht mit musikalisch individueller Klarheit dabei über den Standard einer Visitenkarte hinaus.

Bart Plugers – Blossom And Blasphemy (Cover)

Bart Plugers ist nach Berlin gefahren, auch um ein bisschen Urlaub zu machen. „War ja ein verrücktes Jahr“, meint der belgische Sänger, den es derzeit eigentlich nach Bern zum Studium verschlagen hat.

„Ich wollte einen weiteren Master machen, eine Karriere starten, gesund bleiben, diese ganze Kombination aus seltsamen Sachen und schönen Erlebnissen. So gesehen, bin ich eigentlich ganz glücklich mit dem, was das Jahr gebracht hat. Es war eines der produktivsten meines Lebens.“

Das klingt, als würde sich ein Silberrücken zu Wort melden, dabei ist Plugers erst in seinen mittleren Zwanzigern. Allerdings hat er schon viel auf die Beine gestellt, in Brüssel und Lausanne studiert, einen Gesangsmaster abgeschlossen, Pädagogik hinterhergeschickt. Die Zeit für das Eigene muss da manchmal aus dem Block der Fremdansprüche bewusst herausgeklopft werden, so etwa wie Urlaub in Berlin mit zusätzlicher Inspiration. Denn eigentlich will Plugers vor allem Björk hören, die mit Orchester auf der Waldbühne Station macht:

„Sie ist für mich ein Musterbeispiel für Persönlichkeit, für Identität, die nicht forciert, aber klar vorhanden ist. Ein natürliches Resultat ihrer musikalischen Kunst. Ich finde, dass sie auf sehr ehrliche Weise ihre Ideen repräsentiert, mit offenem Blick auf die Welt und der Bereitschaft, sich immer aufs Neue überraschen zu lassen.“

An jemandem wie Björk kann man sich orientieren. Sie unterscheidet als öffentliche Person nicht zwischen Kunst und Leben. Was zählt, sind Erscheinung und Resultat. Das ist ein Konzept, das auch von David Linx, Andreas Schaerer oder Django Bates stammen könnte, von Lehrern, bei denen Bart Plugers studiert hat. Aus solchen Vorstellungen ein eigenes Ding zu entwickeln, ist allerdings ein individuell sehr unterschiedlich ablaufender Prozess.

Plugers hat als Teenager viel Pop gesungen, dann Jazz gelernt und blieb eine Weile zwischen den Welten hängen. Das kann stressen, wenn man nach der eigenen Position sucht. Er begann daher, sich nicht mehr auf Vorgaben zu verlassen, sondern möglichst viel selbst zu machen. Musik wurde Farbe, Stimmung, eher Orientierung als feste Vorgabe. Und Worte entwickelten über den Sinn hinaus Klangqualitäten, mehr Sound als Semantik.

Bart Plugers (Foto: Georgi Haritev)

Gleichzeitig agierte Plugers mit einem festen Stamm von Musikern, die er im schweizerischen Umkreis kennengelernt hatte. Da ist der Saxofonist Leo Fumagalli aus Lausanne, Spezialist auch für Electronics und derzeit Teil der Pariser Szene. Lenni Torgue kommt als Perkussionist aus der Klassik, ist inzwischen beim Jazzvibrafon hängen geblieben. Mirko Maio, Pianist, Freund des Impressionismus und profunder Ravel-Kenner, trifft auf Jules Martinet, der als E-Bassist viel Rock und Fusion spielt, in diesem Fall aber akustisch agiert. Schließlich ist da noch Clément Grin, ein philosophisch versierter Drummer und Diskussionspartner zahlloser Grundlagennächte.

Mit diesem Team kann Plugers arbeiten und sich von Zwängen lösen:

„‚Blossom and Blasphemy‘ war der erste Song, den ich nach einer Phase geschrieben habe, in der ich irgendwie stecken geblieben war. Ich hatte viel studiert, vor allem das Great American Songbook. Nur konnte ich meistens mit den Texten nichts anfangen. Da ging es um Lebensumstände aus den Dreißigern oder Vierzigern. Ich liebe die Musik und auch die Texte, aber sie sind aus der Zeit gefallen. ‚Blossom and Blasphemy‘ war eine Antwort darauf. Als der Song entstand, hatte ich mich auch sehr mit Malerei beschäftigt, habe mir daher ein Bild im Kopf vorgestellt und versucht, es möglichst nach meiner Vorstellung zu beschreiben: eine Art Stillleben, eine Landschaft, Details, die passieren, wobei es mir oft eher um den Stil und den Typ der Worte ging als um eine Botschaft, die ich transportieren will. Ein Clair-Obscur, Hell-Dunkel, die Resonanz des Textes mit der Musik und das Gefühl, das dabei entsteht.“

Und die Musiker folgen Bart Plugers bei der Entwicklung seines zwischen Introvertiertheit, Theatralik und freundlichem Ernst pendelnden Ausdrucks. Er hat sich Zeit gelassen mit seinem Album-Jazzdebüt, man merkt der Musik das Wachstum an. „Blossom And Blasphemy“ ist daher das Positionslicht eines Neuankömmlings. Plugers ankert nicht, er lässt sich weitertreiben. Auch so etwas kann man von Künstler/-innen wie Linx, Schaerer, Björk lernen. Nichts ist sicher, und es ist gut so.

Auf Grund der unsicheren Live-Situation:
Bitte besuchen Sie regelmäßig die Webseite des Künstlers:
bartplugers.com

Booking MaWeMarketing | Martina Weinmar

Text
Ralf Dombrowski
Foto
Georgi Haritev

Veröffentlicht am unter 145, Heft, Next Generation

Jazztage Dresden 2022