In Deutschland: Memento Odesa

Memento Odesa„Memento Odesa“Seit zwei Jahren führt Russland nunmehr einen brutalen Vernichtungskrieg gegen seinen Nachbarn Ukraine. Einer der Gründe für diesen Krieg ist, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Ukrainer/-innen ihre kulturelle Identität abspricht, obwohl dieses Land im Osten Europas nicht erst seit dem Zerfall der Sowjetunion vor gut 30 Jahren eine eigene Sprache und eine historisch gewachsene Kultur hat. Das zeigt sich auch und gerade in der Hafenstadt Odesa am Schwarzen Meer, die seit jeher auch ein echter Melting Pot ist. Inmitten der Altstadt Odesas findet man die Philharmonie. Dorthin ist im Sommer 2023 der Berliner Trompeter und Pianist Sebastian Studnitzky gereist, um mit dem Odesa Symphonic Orchestra unter der Leitung von Volodymyr Dykyi zu arbeiten und aufzunehmen. Entstanden ist ein mal schwelgerisch-heiteres, mal düster-schauerliches Orchesterstück namens „Memento Odesa“, das ästhetisch und stilistisch geschickt zwischen klangstarker Spätromantik, leidenschaftlichem Jazz und tranceartigem Ambient changiert.

„Es war so faszinierend, schön und beängstigend gleichzeitig“, erinnert sich Studnitzky an seine Zeit in Odesa im vergangenen Jahr. „Auf der einen Seite war die Präsenz des Krieges anhand von Militärkontrollen und Straßenbarrieren sichtbar, auf der anderen Seite habe ich aber auch diese wundervolle und schöne Stadt mit all ihren offenen Läden und Restaurants erlebt.“ Diese Diskrepanz hat er mit seinem Orchesterwerk verarbeitet. „Musik hat die Kraft, über Grenzen hinweg zu kommunizieren“, ist Studnitzky überzeugt. „Sie kann eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen emotional offener sind, um zu verstehen und sich zu verbinden. Als Musiker habe ich die Verantwortung, mein Talent und meine Plattform sinnstiftend zu nutzen.“

Gerade ist das dreisätzige „Memento Odesa“ als EP erschienen, Mitte März wird Studnitzky dann mit dem Odesa Symphonic Orchestra auf Konzert-Tournee in Deutschland sein – unter anderem am 12. März in St. Marien in Hamburg, am 17. März in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, am 18. März im Pantheon in Bonn und am 19. März im Tollhaus in Karlsruhe (alle Termine in ontour). Die Einnahmen aus der EP und der Tournee gehen als Spenden an die karitative Organisation „Children Of Heroes“.

Weiterführende Links
„Memento Odesa“
„Children Of Heroes“

Text
Martin Laurentius
Foto
Alina Dichkova

Veröffentlicht am unter News

Deutscher Jazzpreis 2024