Wuppertal: BRÖTZ 23

Dieter ManderscheidDieter ManderscheidAm 6. März vor zwei Jahren feierte der Saxofonist und Free-Jazz-Pionier Peter Brötzmann seinen 80. Geburtstag. Dieses runde Jubiläum nahm der Wuppertaler Verein INSEL zum Anlass, im Café ADA in Brötzmanns Heimatstadt ein dreitägiges Festival, „BRÖTZ 80“, mit einigen seiner Freund/-innen und Weggefährt/-innen zu feiern. Mit dabei waren Ende August 2021 unter anderem Hamid Drake (Drums) und Mats Gustafsson (Saxofon), Heather Leigh (Pedal Steel) und Camille Emaile (Drums), Michael Wertmüller (Drums), Marino Pliakas (E-Bass) und Wolfgang Schmidtke (Saxofon). Daraufhin entstand die Idee, dieses Konzept zur Grundlage eines alle zwei Jahre stattfindenden Festivals zu machen, „das nicht Ensembles einlädt, die gerade landauf, landab die Clubs und Säle bespielen, sondern Künstler/-innen, die aktuell etwas Neues und Ungewohntes, bisweilen auch Verstörendes in ihrem Spiel haben“, wie es nun in der Ankündigung heißt.

Bis kurz vor seinem Tod Ende Juni hat Brötzmann gemeinsam mit Schmidtke am Programm für die zweite Ausgabe mit dem schlichten Namen „BRÖTZ 23“ und dem erklärenden Untertitel „Festival für freie Musik“ gearbeitet. Festivals und Konzerte wie dieses jetzt in Wuppertal waren zeitlebens für den Saxofonisten von großer Bedeutung, weil das die Orte waren, wo eine widerständige, eigenwillige Musik wie die von Brötzmann ihr Publikum finden konnte. Entweder alleine oder zusammen mit seinem langjährigen Freund Peter Kowald (Bass) war er des Öfteren an der Gründung solcher Festivals beteiligt – wie beispielsweise vor gut 50 Jahren beim Internationalen New Jazz Festival Moers. Darin ist dann vielleicht das Politische bei Brötzmann zu entdecken, der vor allem während der ersten zwei Jahrzehnte seiner Karriere für den Free Jazz und die frei improvisiere Musik ein durchaus erfolgreicher Netzwerker gewesen ist.

Vom 29. September bis zum 1. Oktober findet, wieder im Café ADA in Wuppertal, das „BRÖTZ 23“-Festival statt. Neben Schmidtke sind in diesem Jahr unter anderem auch Jason Adasiewicz (Vibrafon), Almut Kühne (Gesang), Christian Lillinger (Drums), Anke Lucks (Posaune), Dieter Manderscheid (Bass), Steve Noble (Drums), Uwe Oberg (Pianio), Salome Amend (Drums) Hans Peter Hiby (Saxofon), Per-Åke Holmlander (Tuba) und Raissa Mehner (Gitarre) dabei.

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„BRÖTZ 23“

Text
Martin Laurentius
Foto
Peter Tümmers

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