Doris Duke Awards: Cécile McLorin Salvant & Andrew Cyrille

Cécile McLorin SalvantCécile McLorin SalvantAm 17. September gab die amerikanische „Doris Duke Charitable Foundation“ die Gewinner*innen ihrer jährlich vergebenen „Doris Duke Artist Awards“ bekannt, die jeweils mit 275.000 Dollar dotiert sind – 250.000 Dollar sind von den Gewinner*innen frei verwendbar, 25.000 Dollar müssen für deren Altersvorsorge verwendet werden. Unter den acht Künstler*innen, die anonymisiert durch eine Jury nominiert und ausgewählt wurden, sind auch dieses Jahr zwei Jazzmusiker*innen: die Sängerin Cécile McLorin Salvant und der Schlagzeuger Andrew Cyrille.

Seit dem Gewinn der „Thelonious Monk International Jazz Vocal Competition“ vor zehn Jahren hat McLorin Salvant eine beeindruckende Karriere hingelegt. Ihre drei auf Mack Avenue Records erschienenen Alben haben allesamt einen „Grammy“ in der Kategorie „Best Vocal Jazz Album“ bekommen, zudem wurde sie 2016 mit dem „Paul Acket Award“ des North Sea Jazz Festival ausgezeichnet. Es sei für sie schwierig, diesen Preis nicht in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu sehen, so die 1989 in Miami geborene Sängerin: „Wichtiger ist es aber, dass diese Auszeichnung für mich eine Aufforderung ist, unbeirrt meine Arbeit fortzusetzen.“

50 Jahre älter als die Sängerin ist Cyrille, 1939 in New York geboren. Der Schlagzeuger spielte in den 1960ern mit dem Pianisten Cecil Taylor und leitete mit dem Saxofonisten David S. Ware eine eigene Band. In den 1970ern war er einer der Protagonisten der New Yorker Loft-Szene und arbeitete als Sideman unter anderem für Anthony Braxton, David Murray und Irène Schweizer. Zuletzt ist unter seinem Namen das Album „Lebrobra“ mit Wadada Leo Smith und Bill Frisell erschienen. Für Cyrille ist dieser Preis „eine unerwartete Überraschung und das größte, das ich in meinen 60 Jahren als Profi je erhalten habe.“

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„Doris Duke Artist Awards“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen, Martin Laurentius & Rolf Thomas

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