Bezau Beatz 2020

RIP: Jimmy Heath

Jimmy HeathJimmy HeathJames Edward „Jimmy“ Heath wurde am 25. Oktober 1926 in Philadelphia geboren. Sein Vater war Mechaniker und spielte Klarinette, seine Mutter sang im Kirchenchor. Als junger Musiker erhielt er den Spitznamen „Little Bird“, weil er Charlie Parkers Spiel so gut nachahmen konnte. Später wechselte er vom Altsaxofon zum Tenorsaxofon. Im Alter von 22 Jahren zog Heath nach New York um und Dizzy Gillespie wurde sein Mentor. Gillespie sagte über ihn: „If you know Jimmy Heath, you know Bop“.

Für Riverside Records nahm er Alben mit eigenen Kompositionen wie „Gingerbread Boy“ und „For Minors Only“, die zu Standards wurden. Heath spielte im Lauf seines langen Musikerlebens auch mit John Coltrane, Miles Davis und Elmo Hope, Mitte der 1970er-Jahre gründete er zusammen mit seinem beiden Brüdern, dem Bassisten Percy und dem Schlagzeuger Albert „Tootie“, die sehr erfolgreiche Band The Heath Brothers. Insgesamt wirkte Heath an weit über 100 Jazz-Alben mit und schrieb zahlreiche Kompositionen, die von Kollegen wie Cannonball Adderley, Clark Terry, James Moody oder Dexter Gordon gespielt wurden.

Seine mit Joseph McLaren geschriebene Autobiografie erschien 2011 unter dem Titel „I Walked With Giants“ (Temple University Press). Große Anerkennung erntete Heath auch als Lehrkraft. Bereits 1964 wirkte er an der Gründung von Jazzmobile in Harlem mit, in den 1980er- und 1990er-Jahren war er am Queens College tätig. 2003 wurde er als „NEA Jazz Master“ mit der höchsten offiziellen Auszeichnung für Jazz in den USA geehrt.

Kenny Barron twittert, dass Jimmy Heath immer zu einem Scherz aufgelegt gewesen sei. Als Barron etwas an Körperfülle zulegte, begrüßte Heath ihn fortan als Belly Roll Morton oder Belly Dee Williams. Und Ambrose Akinmusire twittert, dass Heath ihn Ambrose Icandomisery genannt habe. Roy Hargrove wurde für Heath zu „Roy Hardgroove“ und Grady Tate zu „Gravy Taker“, weil er immer die besser bezahlten Auftritte hatte. Am 19. Januar ist der Tenorsaxofonist Jimmy Heath in seinem Haus in Loganville, Georgia, gestorben. Er wurde 93 Jahre alt.

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Jimmy Heath

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Arne Reimer

Veröffentlicht am unter News