James Brandon Lewis UnRuly ManifestoJames Brandon Lewis UnRuly ManifestoWie berichtet beginnt das diesjährige Jazzfest Berlin mit einem großen Wurf: Unter dem Titel „Sonic Genome“ startet es am 31. Oktober im Gropius Bau mit einem Großprojekt von Anthony Braxton, an dem 14 US-amerikanische Musiker aus Braxtons engstem Umfeld, 39 Musiker aus der diversen Musikszene Berlins und sechs Mitglieder des Australian Art Orchestra mitwirken. Über einen Zeitraum von sechs Stunden hinweg werden sich dann mehrere kleine Ensembles durch bis zu 450 seiner Kompositionen navigieren.

Unter dem Motto „Make Some Noise“ hat das zum zweiten Mal von Nadin Deventer kuratierte Festival nun das gesamte Programm bekanntgegeben: „Mit diesem Fokus auf Communities, Kollektive und internationale Begegnungen, aber auch auf Improvisation als Kultur und Sprache solcher Gemeinschaften, setzt das Jazzfest Berlin 2019 seine im letzten Jahr begonnene Neuausrichtung fort, knüpft an bereits geschlossene Partnerschaften an und lädt eine Vielzahl von neuen Stimmen ein, die ihre Deutschlandpremiere feiern.“

Als neues Format sollen zwei „Late Night Labs“ am Freitag und Samstag eine Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit bieten: Bei der ersten wirken drei europäische Trios um Anja Lauvdal, Petter Eldh und Lukas König mit. Die internationale Formation T(r)opic beim zweiten „Late Night Lab“ wird von dem amerikanischen Trompeter Rob Mazurek und dem französischen Gitarristen Julien Desprez geleitet, es werden Tänzer und Musiker vom São Paulo Underground und COCO dabei sein, darunter auch Mette Rasmussen, Susana Santos Silva, Guilherme Granado und Lotte Anker. Das Berliner KIM Collective bietet mit „Garden Of Hyphae“ eine Klanginstallation im Foyer des Festspielhauses sowie eine multimediale „Fungus Opera“ auf der großen Bühne.

Der Berliner Schlagzeuger Christian Lillinger führt seine Komposition „Open Form For Society“ auf, die Multi-Instrumentalistin und Sängerin Angel Bat Dawid stellt ihre Chicagoer Band The Brothahood vor. Zu den diesjährigen Jazzfest-Gästen zählen auch Joachim Kühn und Marc Ribot, Ambrose Akinmusire wird sein aktuelles Album „Origami Harvest“ im Festspielhaus auf die Bühne bringen, James Brandon Lewis tritt mit seiner Band An UnRuly Manifesto im Quasimodo auf. Es sind zudem wieder Gesprächsrunden mit ausgewählten Künstlern geplant. An die 200 Musiker aus fünfzehn Ländern werden erwartet. Das Jazzfest Berlin dauert vom 31. Oktober bis 3. November.

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Jazzfest Berlin

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Diane Allford

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