Emile Parisien QuartetEmile Parisien QuartetDer Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik gilt mittlerweile als wichtigster deutscher Musik-Kritikerpreis. Insgesamt elf Produktionen werden in diesem Jahr ausgezeichnet, darunter auch das Album „Double Screening“ (ACT/edel) des französischen Saxofonisten Émile Parisien. Gerade wurde die Auszeichnung auf Schloss Elmau von Jurymitglied und Jazz-thing-Autor Ralf Dombrowski überreicht.

Zur Begründung schreibt die Jury, dass der französische Saxophonist Parisien, Jahrgang 1982, zu den Glücksfällen des europäischen Jazz zähle: „Seine Musik fährt in die Beine, ohne das Hirn zu vernachlässigen, sie liebt die dichte Struktur, aber auch griffige Pointen und besitzt Witz im doppelten Sinn. Außerdem klingt sie stets nach ihrem Verfasser, obwohl dieser den Jazz aus einer Vielzahl verschiedener Quellen schöpft. Ja, das Émile Parisien Quartet tönt selbst dann noch unangestrengt und homogen, wenn es einen Spagat zwischen Free Jazz und der reduzierten Avantgardesprache eines Anton Webern vollzieht. Mit dem Album ‚Double Screening‘ gelingt darüber hinaus ein weiteres Kunststück: Geschildert werden die Überforderungen des digitalen Zeitalters mit rein akustischen Mitteln. Parisiens Musik verlangt nach einer heiß umkämpften Ressource namens Aufmerksamkeit – belohnt dafür aber reichlich.“

Parisien ist derzeit mit „Double Screening“ auch im Konzert zu erleben: am 29. Oktober in Innsbruck, am 30. Oktober in Langenau, am 31. Oktober in Darmstadt und am 1. November in Kassel.
Weiterführende Links
Preis der Deutschen Schallplattenkritik

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Ralf Dombrowski

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