Josephine BodeJosephine BodeMit dem neuen Jahr beginnen in der niederrheinischen Grafenstadt Moers auch die zwölf Monate des nächsten „Improviser In Residence“. Für den 17. Januar haben die Veranstalter des moers festivals zur Pressekonferenz geladen, um die Nachfolgerin (es ist Tradition dieser Initiative, dass auf einen Musiker eine Musikerin folgt) des Trompeters John-Dennis Renken vorzustellen. Und auch diesmal zeigte sich der künstlerische Leiter dieses Festivals für aktuelle, improvisierte Musik, Tim Isfort, wieder als Schalk mit schauspielerischem Talent und tat so, als ob er eine im Moerser Rathaus vor einem Hut sitzende, Blockflöte spielende junge Frau vom Fleck weg für die Aufgabe der „Improviser In Residence“ engagieren würde. Das war natürlich ein inszenierter Scherz, wie sich herausstellen sollte. Mit der in Oldenburg geborenen, in Münster aufgewachsenen und seit längerem in Amsterdam lebenden Josephine Bode präsentierte Isfort die neue Improvisationsmusikerin für die Residenz in Moers – mit ihrem im Jazz nicht alltäglichen Instrument: der Blockflöte.

Durch eine Augenkrankheit hat Bode nur eine eingeschränkte Sehkraft. Dies wolle sie in ihrer Zeit als Improviserin zum Thema machen, so die 35-Jährige Musikerin, ihr Motto laute „Inner Visions“ und sie möchte über visuelle Stimuli die Ohren der Moerser Bürger öffnen. Zudem verriet sie, dass sie als Projekte für ihr Jahr in Moers plane, ein Parkdeck ebenso zu bespielen wie das Ladenlokal des Elektronikhändlers Saturn – neben ihrem Auftritt beim moers festival am diesjährigen Pfingstwochenende vom 18. bis 21. Mai. „Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt angelangt in meinem Leben, an dem ich mich immer häufiger nach Ruhe sehne. Sowohl im Leben, als auch in meiner Musik. Aus der Ruhe und Stille arbeiten, das wünsche ich mir in Moers. Außerdem bin ich sehr gespannt, wie es nach 15 Jahren im Ausland ist, wieder einmal länger in Deutschland zu sein“, so die Musikerin weiter. In ihrer Wahlheimat Amsterdam ist Bode hauptsächlich in der Art-Rock-Band Jerboah, dem Blockflöten-Konsort aXolot, das auf alte und zeitgenössische Musik spezialisiert ist, und dem interdisziplinären Rutger Muller Ensemble („Avantgarde Ambient Techno“ mit „Real Time Visuals“) zu hören, neben verschiedenen Blockflöten spielt sie auch noch die bulgarische Kaval und das elektronische Blasinstrument EWI. Die Übergabe vom alten an die neue „Improvisier In Residence“ findet am 27. Januar mit einem gemeinsamen Konzert im Kammermusiksaal der Musikschule Moers statt. Alle Infos zur „Improviser In Residence“ gibt es auf der Site vom moers festival.

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moers festival

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Helmut Berns

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