Am 9.11. in Köln: Fred Hersch TrioFred Hersch TrioDer Titel seiner kürzlich erschienen Biografie, „Good Things Happen Slowly: A Live in and out of Jazz“, könnte fast so etwas wie das Lebensmotto von Fred Hersch sein. Nachdem der 61-jährige New Yorker Pianist viele Jahre lang unermüdlich an den verschiedenen Stellschrauben im Jazz gedreht hatte, um dem Gang der improvisierten Musik eine neue Richtung zu geben, hat er nunmehr zu einer Gelassenheit gefunden, die ihm ein Eintauchen in die Tiefen seiner Seele erlaubt. Das ist zumindest der Eindruck, den man bekommt, wenn man seine hochemotionale, berückende Solo-CD „{open book}“ (Palmette/Broken Silence) hört. „Ich habe mir alles von der Seele geschrieben“, erzählt Hersch in der aktuellen Ausgabe von Jazz thing über den Prozess des Schreibens seiner Biografie. „Es war wie eine Katharsis, das alles noch einmal zu rekapitulieren. Aber ich bin dadurch nicht in einer Zeitmaschine eingefroren worden, sondern bewege mich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder vorwärts.“

Hersch hat in seinem Leben schon einiges durchgemacht: Er ist beispielsweise einer der prominenten Jazzmusiker, der sich als homosexuell und HIV-positiv geoutet hat, der vor nunmehr zehn Jahren über mehrere Wochen ins Koma fiel und nach seinem Aufwachen das Klavierspielen neu lernen musste. Erfahrungen, die er nicht mehr vergisst – und die nun wie selbstverständlich in sein improvisiertes Spiel auf dem Flügel einfließen. „Dinge können passieren, egal wie schön oder schlimm sie sind“, so Hersch. „Man darf nur nicht stehen bleiben. Es geht immer weiter. Irgendwie.“ Eine Konstante in Herschs Leben ebenso wie in seiner fast 40-jährigen Karriere ist die Arbeit im Trio mit dem Kontrabassisten John Hébert und dem Schlagzeuger Eric McPherson. Mit diesem Trio kommt er am 9. November für ein Konzert in die frisch renovierten Riverside Studios in Köln.

Weiterführende Links
Riverside Studios Cologne

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Matthew Rodgers

Veröffentlicht am unter News

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