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Gerade erschienen: Wes Montgomery: Sein Leben, seine MusikWes Montgomery: Sein Leben, seine Musik

Mitte der 1950er-Jahre hielt sich Wes Montgomery mit verschiedenen Jobs in Indianapolis über Wasser, um seine Familie ernähren zu können. Als Gitarrist war er in seiner Heimatstadt eine lokale Größe, obwohl er nur wenige Jahre zuvor in der Band von Lionel Hampton einen vielversprechenden Karrierestart hatte. Die Doppel-CD „In The Beginning“ (Resonance Records/New Arts Int.) füllt nun die Lücke zwischen den frühen Hampton-Aufnahmen und dem richtigen Debüt des Gitarristen, „The Wes Montgomery Trio“ für Riverside Records 1960. Im Mittelpunkt steht ein Konzert mit dem damals 33 Jahre alten Wes und seinen Brüdern Buddy (Piano) und Monk Montgomery (Bass) sowie dem Saxofonisten Alonzo „Pookie“ Johnson und dem Schlagzeuger Sonny Johnson im Turf Club von Indianapolis 1956. Auch wenn die Klangqualität allenfalls auf Bootleg-Niveau ist und die Gespräche des Restaurant-Publikums stellenweise so laut sind, dass dahinter das Geschehen auf der Bühne verschwindet, so ist dieser Mitschnitt jazzhistorisch bemerkenswert; und sei es deshalb, weil Montgomery hier zum ersten Mal mit „Wes‘ Tune“ zu hören ist – ein Stück, das später ganz vorne in seinem Bandbook zu finden war.

Auch davon erzählt eine neue, deutschsprachige Biografie über diesen Gitarristen: „Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik“ von Oliver Dunskus. Obwohl der Autor kein Jazzhistoriker ist, sondern Marketing-Manager in einem großen deutschen Unternehmen, so zeichnet er dennoch kenntnis- und detailreich das Leben und Werk dieses Gitarristen nach. Bahnbrechende Neuigkeiten sind zwar nicht zu erwarten. Aber Dunskus gibt unter anderem Antworten auf die Fragen, was tatsächlich das Stilbildende dieses 1923 geborenen Musikers war und was ihn zum Pionier der modernen Jazzgitarre werden ließ. Er sammelte Aussagen von Familienmitgliedern, von Freunden und Weggefährten, setzt diese in neue chronologische Zusammenhänge und entwirft das Bild eines Menschen, der sich einerseits verpflichtet fühlte, seine Familie über die Runden zu bringen, andererseits den Wunsch hatte, als Jazzgitarrist anerkannt zu werden.

Dunskus erklärt in seiner Wes-Montgomery-Biografie auch, wie der Mitschnitt mit dem Montgomery/Johnson Quintet aus dem Turf Club 1956 entstanden ist: Der Student Philip Kahl, ein enger Freund der Montgomery-Brüder, durfte damals das Konzert in Indianapolis mitschneiden. Aber anstatt die Aufnahmen zu veröffentlichen, blieben diese fast 60 Jahre im Besitz der Familie, bis sie Zev Feldman von Resonance Records in die Hände bekam, der sie restaurierte und nun als „In The Beginning“ herausgebracht hat. Und Dunskus weiß noch mehr von diesem Quintett zu berichten. Ein Jahr vor dem Turf-Club-Mitschnitt wurden schon einmal Aufnahmen mit dieser Band gemacht: unter professionellen Bedingungen für Columbia Records, produziert vom damals noch jungen und nahezu unbekannten Quincy Jones. Doch die fünf Stücke blieben bis auf eine Ausnahme – „Love For Sale“, das 15 Jahre nach Montgomerys Tod 1968 auf der Compilation „Almost Forgotten“ (sic!) erschien – gleichfalls unveröffentlicht, bis Feldman diese jetzt auf CD Nummer 2 von „In The Beginning“ ans Tageslicht gebracht hat. „Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik“ ist im Archtop Verlag erschienen und kann über die Buch-Website bestellt werden.

Weiterführende Links:
„Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News
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