ELBJAZZ 2018

Rasgueo

Flamenco = Freiheit

Flamenco und Trompete? Dem Jazzfan fallen da mit Sicherheit zuerst „Sketches Of Spain“ ein oder „Kind Of Blue“ von Miles Davis. Nikos Tsiachris hat diese Klassiker eine Zeit lang nahezu täglich gehört hat.

Rasgueo

In Thessaloniki hat er klassische Gitarre studiert, dann zog es ihn nach Spanien. In Granada, Sevilla und Nerja verschrieb er sich dem Flamenco, lernte unter anderem bei Rafael Santiago Habichuela und Emilio Maya.

„Es sind viele Sachen!“, sagt er auf die Frage, was ihm die Musik Andalusiens bedeutet. „Es ist die Befreiung von Noten, der Klang, selbst die Haltung der Gitarre, die Improvisation, die Kombination aus Musik und Bewegung. Wenn ich alles, was mir an der Flamenco-Gitarre so sehr gefällt, in einem Wort zusammenfassen sollte, dann wäre dies: Freiheit.“

Seit zehn Jahren lebt Tsiachris in Berlin. Dort gründete er 2012 sein Quartett Rasgueo, dessen Debüt „Waterfall“ (Galileo/Galileo) soeben erschienen ist. Zunächst trat der Gitarrist im Duo mit dem Bassisten Martin Lillich auf; durch ihn lernte er den Trompeter Martin Auer kennen und mit Diego Piñera schließlich holte er sich einen subtilen und zugleich kraftvollen Rhythmiker ins Team. Die Trompete Auers klingt in den Kompositionen des Bandleaders eher raubeinig und randvoll mit Duende als nach dem feingliedrig getragenen Ton von Miles, und das kommt nicht von ungefähr:

„Die Idee war, dass die Trompete den Flamenco-Gesang zum Teil ersetzen könnte“, erklärt der Frontmann, zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich bin wirklich sehr glücklich mit der Zusammenarbeit der Bandmitglieder. Jeder spielt sein eigenes Teil perfekt, wir ergänzen uns gegenseitig, und alle vier wir sind Protagonisten! In der dreijährigen Existenz des Quartetts sind wir uns musikalisch näher gekommen und einige Stücke sind die Früchte unserer kollektiven Arbeit.“

Text
Uli Lemke

Veröffentlicht am unter 108, Feature, Heft
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