Berlin: XJAZZ! Weekender

Moses Yoofee TrioMoses Yoofee TrioDas im März abgesagte Berliner XJAZZ! Festival wird nun als verkürzte Wochenend-Version vom 28. bis 31. Mai stattfinden. Erstmals seit seiner Premiere im Jahr 2014 kann das Festival nicht im geplanten sechstätigen Umfang durchgeführt werden, da die Berliner Senatskanzlei für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zugesagte Fördergelder in sechsstelliger Höhe nicht freigab. Nachdem zunächst erfolglos versucht worden war, das komplette Festival in den Herbst zu verschieben, verlegte man sich zuerst auf eine zweitägige Rumpfversion im Festsaal Kreuzberg in der eigenen Tradition der außerhalb des Festivalrahmens abgehaltenen XJAZZ! Weekender. „Was als Reaktion begann, entwickelt sich zu etwas Größerem“, heißt es auf der XJAZZ!-Website. „Der XJAZZ! Weekender, ursprünglich als zweitägiges Event angekündigt, erstreckt sich nun über vier Tage. Nicht, weil wir es so geplant hatten, sondern weil die Begeisterung dafür immer weiterwuchs. Immer mehr Künstler/-innen wollten dabei sein. Es ergaben sich immer mehr Möglichkeiten. Und es wurde klar: Dieser Moment verdient mehr Zeit.“

Das lange Wochenende beginnt nun am 28. Mai mit einem Duo-Konzert der Flötistin Delphine Joussein und des Keyboard-Allrounders Kit Downes, der dabei die Orgel der Emmauskirche bespielen wird. Dem folgen am Freitag im Festsaal Kreuzberg Auftritte mit der zwischen Jazz, Rap und Neo-Soul operierenden New Yorker Wahl-Berlinerin Sorvina und dem experimentellen Quartett eX.II um Sängerin und Bassistin Sera Kalo, sowie ein DJ-Takeover des Berliner Webradios Refuge Worldwide. Ebenfalls im Festsaal spielen am Samstag Sängerin Charlotte Colace und das Berliner Moses Yofee Trio.

Am Sonntag klingt das Festival tänzerisch aus mit einem nachmittags startenden Programm im und im Außenbereich des Sonnenraums, zu dem immerhin ein DJ-Set von Gilles Peterson gehört. Dabei handelt es sich um eine Kollaboration mit der Berliner Party-Reihe Lovedancin‘. Weitere Partner sind die Adidas Sports Base, der Plattenladen HHV und das DJ/Party/Label-Kollektiv Shush, das die Aftershow-Party am Sonnabend in der Marmor Bar ausrichtet. Alle Spielorte liegen relativ nah beieinander, so dass auch bei schmalerem Programm so etwas wie Festivalstimmung aufkommen kann. Das einigermaßen glimpfliche Ende der unglücklichen Affäre zeigt immerhin, dass bei guter Vernetzung Kultur auch ohne Förderung organisierbar ist.

„Manche dachten“, so die Macher/-innen auf der Festivalsite, „das sei das Ende. Doch stattdessen wurde uns wieder einmal bewusst, worauf XJAZZ! schon immer aufgebaut war: Künstler/-innen, die daran glaubten. Partner, die sich engagierten. Eine Community, die da war. Dank dieser Unterstützung gibt es den XJAZZ! Weekender. Nun schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel auf.“

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XJAZZ! Weekender

Text
Eric Mandel
Foto
Lamby Aysan

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