19: Bezau Beatz

Emmeluth’s AmoebaEmmeluth’s AmoebaJedes Jahr Anfang August verwandelt sich die Marktgemeinde Bezau im Bregenzerwald im Westen Österreichs in einen besonderen Ort für Jazz und improvisierte Musik; dieses Jahr zum 19. Mal vom 6. bis 9. August. Initiator ist der aus Bezau stammende Schlagzeuger Alfred Vogel, der mittlerweile zusammen mit dem gleichfalls Schlagzeug spielenden Valentin Schuster das Programm der Bezau Beatz verantwortet. An diesen vier Tagen verwandelt das Festival den Ort in einen Resonanzraum für aktuelle, kreative, improvisierte Musik, die sich nicht einordnen lässt, sich oftmals widerspenstig zeigt und Grenzen ignoriert. „Bezau Beatz ist mehr als ein Festivalprogramm“, so die beiden Kuratoren, „es ist ein gemeinsames Unterwegssein: von der Remise des Wälderbähnles über das Hotel Post bis hin zu besonderen Orten wie der Kunstschmiede, der Kirche in Reuthe oder hoch oben am Baumgarten. Jeder Spielort erzählt seine eigene Geschichte, jede Wegstrecke dazwischen wird Teil des Erlebnisses. Alles ist nah, alles ist verbunden – und genau darin liegt diese besondere, fast familiäre Atmosphäre.“

Das wird auch diesmal wieder der Fall sein, wenn zum Beispiel im Café Victors Chocolat Valentin Gerhardus am Eröffnungsmittag digitale Klangflächen ineinanderschiebt und Melodien fragmentiert, wenn im Kloster Bezau die Experimentalvokalistin Luisa Muhr mit ihre „She-Devil“ in Klang übersetzt oder das mit drei Sängerinnen und zwei Flötistinnen besetzte Quintett Eupnea um Vera Morais mit klangscharfer Kammermusik die diesjährige Ausgabe in der Remise beschließt. Zwischendrin gibt es dann noch Konzerte unter anderem mit Emmeluth’s Amoeba um die Saxofonistin Signe Emmeluth, dem Duo Narrsteidle um die Gitarristin Steffi Narr und den Schlagzeuger Oliver Steidle, Detours mit dem Gitarristen Kalle Kalima, dem Schlagzeuger Christian Lillinger und dem Pianisten Leo Genovese, dem ausschließlich mit Musikerinnen besetzten Quartett hilde, Sauvage Paradis um den Schlagzeuger Edward Perraud und The Hanged One um die in Berlin lebende, argentinische Saxofonistin Camila Nebbia.

Dann sind zwei Workshops im Angebot: mit Muhr, die Profi- und Amateursänger/-innen die Stimme in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zeigen wird, und mit der Tänzerin Naïma Mazic und der Perkussionistin Evi Filippou, die in „Hear & Now“ Verbindungslinien zwischen Körper und Klang offenzulegen versuche. Zudem findet die „Deep Listening Session“ aus dem Vorjahr ihre Fortsetzung: Der Produzent Little Konzett gibt Einblicke in die Studioarbeit für die neue Platte von Stemeseder Lillinger. Und für die „Jazzspätzle“ geht es in das auf 1.600 Meter gelegene Panoramarestaurant Baumgarten, wo das Jazzensemble der Stella Vorarlberg Hochschule für Musik unter der Leitung des Perkussionisten Florian King sein aktuelles Progamm „African Heritage“ aufführt.

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Bezau Beatz

Text
Martin Laurentius
Foto
Chloe Delanghe

Veröffentlicht am unter News

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