6: Cologne Jazzweek

Diese beiden „Featured Artists“ prägen das Programm der sechsten CJW. Sam Gendel, 1987 im kalifornischen Visalia geboren und in Los Angeles aufgewachsen, lässt als Multiinstrumentalist (neben Saxofon spielt er Keyboards, Synthesizer und Gitarre und bedient einiges aus dem digitalen Baukasten) „seinen“ Jazz stets unüblich klingen. Mal übersetzt er Jazzstandards wie „Satin Doll“ oder „In A Sentimental Mood“ in einen technoiden Kontext, mal transformiert er das digitale Setting von HipHop- und R&B-Tracks in wohlig-analoge Sounds. Auch die in Berlin lebende Pianistin Olga Reznichenko, 1989 im russischen Taganrog am Asowschen Meer geboren, hat ihren eigenen Blick auf den zeitgenössischen Jazz. Gleichgültig, ob als Keyboarderin mit Band oder alleine am Klavier, ihre Improvisationsmusik oszilliert gerne zwischen ungeraden Metren und der Ruppigkeit von Punk-Rock, und lotet Extreme in Klang, Phrasierung und Tonbildung aus.
Ein weiterer Aspekt der diesjährigen CJW ist die vitale Szene Amsterdams, die sich unter anderem mit dem Gitarristen Teis Semey und dem Trio Perselí um die Bassistin und Sängerin Fuensanta beim Festival vorstellt, zudem wird das mit jungen Kölner/-innen besetzte Composers Collective Cologne für seine „Amsterdam Edition“ Musiker/-innen aus dieser Metropole einladen – etwa den Bassisten Alessandro Fongaro oder die Drummerin Sun-Mi Hong. Ein anderer Schwerpunkt wird auf nicht alltägliche Instrumentierungen im Jazz gelegt. So präsentiert der in London lebende Anatole Muster das Akkordeon im Rahmen der Clubnacht in Ehrenfeld, während die Harfe durch Beiträge von Kathrin Pechlof sowie innerhalb der Kompositionen von Damian Dalla Torre eine erweiterte Perspektive auf die Möglichkeiten dieses Instruments erfährt.

Natürlich gibt es auch wieder großformatiges zu hören – zum Beispiel das Bundesjazzorchester mit Yessaï Karapetian, das Subway Jazz Orchestra mit Sam Amidon oder das New Rotterdam Jazz Orchestra mit Lucy Woodward –, und ungewöhnliche Klangwelten zu erleben – wie etwa von Matthias Muche und seinem Posaunenensemble Bonecrusher, John Hollenbecks GEORGE oder Big Breezy & The Toxic Twinz. „Mit dem 40-jährigen Jubiläum des Stadtgartens und der European Jazz Conference bündeln sich mit der CJW in diesem Jahr gleich drei besondere Ereignisse“, so Trumann: „Köln unterstreicht damit einmal mehr seine Bedeutung als lebendige Jazzstadt.“
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