Frankfurt: Deutsches Jazzfestival 2026

Émile Parisien FloatingÉmile Parisien FloatingSeit 1953 findet das Deutsche Jazzfestival Frankfurt statt, somit ist es das älteste Festival für improvisierte Musik hierzulande. Anfangs war es als Leistungsschau für den Jazz aus Deutschland konzipiert, später wurde das Programm dann internationaler, mittlerweile veranstalten das Kulturradio des Hessischen Rundfunks, hr2, und die Stadt Frankfurt dieses traditionsreiche Festival gemeinsam. 2026 findet es vom 13. bis 17. Oktober statt, auch ein Motto hat man sich wieder gegeben: „Von hier aus gesehen“. Denn man will mit dem diesjährigen Programm der Frage nachgehen, inwieweit Jazz und improvisierte Musik aus Europa ihre Spuren hinterlassen, Duftmarken gesetzt und Eigenständiges hervorgebracht haben. Dass sie das getan haben, ist unbestritten. Nur wo und in welchem Maß dies gesehen ist, das wollen einige der eingeladenen Musiker/-innen gleichsam mit ihren Bands und Projekten live vor Publikum erörtern.

Eröffnet wird das Festival am Dienstag, 13. Oktober. Der Frankfurter Saxofonist Christof Lauer spielt im Foyer des hr-Sendesaals sein unbegleitetes, klangmächtiges und in der Regel frei improvisiertes Soloprogramm „Odyssea Sonorium“, bevor der Neufrankfurter Nicolai Thärichen mit seinem Tentett die Bühne betritt und zwischendrin das diesjährige Frankfurter Jazzstipendium vergeben wird. Richtig los geht es am Abend darauf: mit dem Cosmic Trio des spanischen Marimbaspielers und Perkussionisten Andrés Coll, dem Quartett des französischen Klarinettisten Louis Sclavis und der hr-Bigband, die den Hessenrocker Ali Neander (Rodgau Monotones) als Fusiongitarrist von internationalem Rang präsentiert.

Finn Heine & Darius BlairFinn Heine & Darius BlairNeugierig machen die beiden jungen Frankfurter Eigengewächse Darius Blair (Saxofon) und Finn Heine (Gitarre), die eine eigens komponierte Suite mit ihrer Band, einem Vokalensemble und der Vibrafonistin Sascha Berliner aufführen werden. Einzige US-amerikanische Bandleaderin im Festivalprogramm ist die Pianistin Myra Melford, die mit ihrem Fire and Water Quintet die Bühne im hr-Sendesaal entert, während sich Shake Stew um den österreichischen Bassisten Lukas Kranzelbinder für seinen eruptiv-Afrobeatlastigen Jazz die französische Flötistin Naïssam Jalal zur Kontemplation der funkenstiebenden Sound-Eruptionen holt.

Am Samstag geht das Festival mit der Clubnacht wieder in die Stadt und bespielt unter anderem die Romanfabrik mit dem Sarah Chaksad Sextett, die Denkbar mit dem Tom Schlüter Trio und den Jazzkeller mit Steve Carrington Triofinity. Für das hr-Bigband-Konzert am Schlusstag hat Großbritanniens Shooting-Star am Tenorsaxofon, die junge Emma Rawicz, eine Carte Blanche bekommen. Außerdem trifft die Grande Dame des europäischen Jazzgesangs, die Britin Norma Winstone, auf ihren 50 Jahre jüngeren Landsmann Elliot Galvin (Piano), bevor der französische Sopransaxofonist Émile Parisien mit seinem international besetzten Quartett Floating (unter anderem mit der Bassistin Linda May Han Oh) der diesjährigen Ausgabe des Deutschen Jazzfestivals Frankfurt ein das Motto „Von hier aus gesehen“ öffnendes Ende bereitet.

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Deutsches Jazzfestival Frankfurt

Text
Martin Laurentius
Foto
Elisa Ramirez, Alexandros Athanasiou

Veröffentlicht am unter News

Applaus 2026