Für sein Tribute an Miles Davis hat sich Gregory Hutchinson ein Dreamteam zusammengestellt, mit dem Trompeter Ambrose Akinmusire und dem Saxofonisten Ron Blake, den beiden Gitarristen Jakob Bro und Emmanuel Michael, dem Pianisten Gerald Clayton, dem Bassisten Joe Sanders und ihm als Schlagzeuger. Jeder dieser Musiker fügt dem Repertoire auf „Kind Of Now – The Pulse Of Miles Davis“, das überwiegend die Karriere dieser vor 100 Jahren geborenen Jazzikone von den Bebop-Zeiten bis hin zur Elektro-Phase in den 1970ern umspannt, Eigenes, Persönliches, Kommentierendes hinzu. Oftmals macht es Spaß zu hören, wie grundverschieden etwa Bro und Michael auf der Gitarre agieren oder wie sehr sich Akinmusire in der Rolle des Miles Davis besonders dann wohlfühlt, wenn sich sein Trompetensound weit von dem des Gefeierten entfernt hat. So sehr man aber nachvollziehen kann, wenn diese Musiker einfach mal so richtig drauflos „ihren“ Miles covern dürfen, so sehr hat man den Eindruck, dass die Ehrfurcht vor dem Schaffen dieses Meisters doch zu groß gewesen sein scheint, um tatsächlich mal die sprichwörtlichen Fünfe grade sein zu lassen.
Text
Martin Laurentius
Ausgabe
, Jazz thing 163
Veröffentlicht am 18. Mai 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews