Als sich der in Schweden erfolgreiche Poprock-Sänger Magnus Carlson 2009 mit einer Jazzcombo um Trompeter Goran Kajfeš zusammentat, tappte er klugerweise nicht in die Rod-Stewart-Falle: Anstatt sich mit Standards aus dem „Great American Songbook“ abzumühen, machten sich Carlson und das Moon Ray Quintet nicht zu Tode gecroontes Material aus der Soul- und Singer-Songwriter-Ecke zu eigen. So verhält es sich auch mit den Stücken auf „Shadows“, dem ersten gemeinsamen Album der Schweden seit 15 Jahren: Nummern von Jackson C. Frank, Marion Black, Al Jolson, Frank Sinatra Jr., Sufjan Stevens, Scott Walker oder Jim Peppers „Which Tai To“ stehen da auf dem Programm und werden von Carlson & Co. mit warmem Timbre, sonoren Bläsern und einem ordentlichen Schuss Psychedelischem interpretiert. Wenn man die Version „Where Are We Now“ hört, ahnt man: So hätte David Bowie geklungen, wenn er mal ein echtes Jazzalbum aufgenommen hätte.
Text
Josef Engels
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 05. Feb 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews