„Scenes From Above“, das passt schon mal als Titel. Von oben. Neun Stücke für Gitarren-Orgel-Quartett hat Julian Lage für sein neues Album in Szene gesetzt, neun lässig dahingeworfene Stücke, aus denen er im Bund mit dem Pianisten und Hammondorgelspieler John Medeski, dem Bassisten Jorge Roeder und dem Schlagzeuger und Perkussionisten Kenny Wollesen so lange Funken schlagen lässt, bis sie sich zu einem persönlichen Panorama amerikanischer Rootsmusik aus dem Geist der Jazzmoderne abstecken. Hillbillie und Blue Boy, der Twang der Telecaster und der Hubraum der Hammond B3, die Verbindlichkeit von Melodie und Harmonie sowie ein leichtfüßiger, vollkommen unaufgeregter Groove, alle sind sie da, die klassischen Anklänge, und laden sich im gemeinsamen Spiel mit Klarheit und Kraft auf. Nichts ist bemüht, jeder Ton trifft auf den Punkt. „Seen From Above“, Musik aus der Vogelperspektive, souverän und erhaben.
Text
Stefan Hentz
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 16. Feb 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews