Wer Chanda Rule bislang noch nicht kannte, wird sich beim Anhören dieses Albums wundern. Was für eine Stimme. Im Gospel verwurzelt, gefüllt mit Soul und Blues und auch mit einem Touch Jazz gesegnet. Sie singt ausdrucksstark, bewegend, einnehmend. Wer sich der Amerikanerin aus Chicago mit Wohnsitz Wien hingibt, der wird belohnt. Und das liegt bei dieser Produktion auch an der Sweet Emma Band. Denn das Quintett um den Posaunisten und PAO-Labelchef Paul Zauner sorgt für ungewöhnliche, frische Arrangements der mehr oder weniger bekannten Songs. Bestes Beispiel ist eines der vielen Traditionals: „Carry It Home To Rosie“, mit seinem afrikanischen Vibe und dissonanten Sounds von der dreiköpfigen Hornsection. Ziemlich cool. Und der direkt darauffolgende Titeltrack: lässig, ein wenig schleppend, eine eindringliche Predigt in Tönen. Herzerwärmend dann der intime Rausschmeißer der CD, Duke Ellingtons „Come Sunday“. Nur Stimme und Hammondorgel, bedient vom Tschechen Jan Korinek, dann eine ganze Weile später dazu noch das zart geblasene Tenorsaxofon vom Waliser Osian Roberts. Gänsehaut.
Text
Christoph Giese
Ausgabe
, Jazz thing 134
Veröffentlicht am 28. Jul 2020 um 10:01 Uhr unter Reviews
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