RIP: Willie Colón

Willie ColónWillie ColónTrauer um einen der führenden Köpfe der New Yorker Latin-Szene: Am 21. Februar ist der Posaunist, Sänger, Komponist, Arrangeur und Produzent Willie Colón im Alter von 75 Jahren gestorben. Er prägte die Entstehung des Salsa wie kaum ein anderer. Colón, dessen Vorfahren aus Puerto Rico stammten, wurde in der South Bronx geboren. Der Stadtteil prägte auch seine Musik, in der er, so sein Label im Nachruf, „den Rhythmus der Straße, die Poesie des Alltags, den Schmerz jugendlicher Ängste und die unbändige Hoffnung eines Volkes, das sich Gehör verschaffen wollte“, verarbeitete. Sein Katalog umfasst viele Alben, die sämtlich von einem innovatorischen Sound geprägt sind, beginnend mit „El Malo“, das er 1967 noch als Teenager veröffentlichte.

Colón war Teil der Fania All Stars, die unter ihrem Chef Johnny Pacheco den Nukleus der Salsa-Entstehung im New York der späten 1960er und frühen ’70er bildeten. Er war verantwortlich dafür, dass die Posaune als zentrales Instrument in den Salsa-Arrangements zum Zuge kam. Stilbildend wurden seine Teamworks mit den Fania-Kollegen Héctor Lavoe, Celia Cruz oder Rubén Blades, mit letzterem veröffentlichte er die bis heute meistverkaufte Salsa-Platte „Siembra“. Auch im Pop wurde er durch die Zusammenarbeit mit David Byrne (Talking Heads) ein Begriff.

Colón verkaufte 30 Millionen Schallplatten und wurde elf Mal für den Grammy nominiert, bereits 2000 erfolgte seine Aufnahme in die „International Latin Music Hall of Fame“. „Über die Musik hinaus war Willie eine Stimme für seine Gemeinschaft – ein Aktivist und engagierter Bürger. Er verstand, dass Rhythmus Menschen und Herzen bewegen kann – und dass Lieder Veränderungen anstoßen können“, so sein Label. Sein Einfluss wirkt weiter: Der soeben Grammy-gekrönte Rapper Bad Bunny unterbrach am vergangenen Sonntag in São Paulo sein Konzert, um Colón für seinen maßgeblichen Einfluss zu danken.

Weiterführende LInks
Willie Colón

Text
Stefan Franzen
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FANIA

Veröffentlicht am unter News

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