RIP: Michał Urbaniak

Diese Anekdote des 1943 in Warschau geborenen Urbaniak verweist durchaus in die Biografie dieses Musikers. In Łódź studierte er klassische Violine, nebenbei brachte er sich aber auch selbst das Spielen auf dem Altsaxofon bei. Anfang der 1960er begann er mit Dixieland-Bands aufzutreten, lernte den Saxofonisten Zbigniew Namisłowski kennen und stieß 1964 zum Quintett des Pianisten Krzistzof Komeda. Schon zu der Zeit besaß sein Spiel auf Geige und Bratsche etwas Erzählerisches, hatte Urbaniak diese gesanglich-erzählerische Phrasierung, wie man sie sonst nur von Saxofonist/-innen kennt, um seine improvisatorischen Ideen rhythmisch präzise auszuformulieren.
1973 verließ Urbaniak sein Heimatland und zog mit seiner damaligen Ehefrau, der Sängerin Urszula Dudziak, in die USA, wo er sich mit dem damals populären Jazz-Rock auseinanderzusetzen und mit elektrischer Verstärkung und Effektgeräten zu beschäftigen begann. Er spielte unter anderen mit Quincy Jones, Herbie Hancock und Joe Zawinul, war auf „Tutu“ von Miles Davis Gastmusiker und schrieb Musiken für Film und Fernsehen. Seine Bands nannte er augenzwinkernd nach seinem Nachnamen – wie zum Beispiel Urbanator oder Urbanizer. Er amalgamierte aber nicht nur Jazz mit Pop und Rock, HipHop und R&B, sondern zeigte sich immer wieder auch als lässig swingender Geiger eines straight-ahead gespielten Mainstream Jazz. „Don’t play the music! Let the music play“, war zeitlebens sein Motto. Am 20. Dezember ist Michał Urbaniak im Alter von 82 Jahren in den USA gestorben.
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