Aya Nakamura: Eröffnungssong für Olympia

platzhalter_foto_6Die derzeit weltweit erfolgreichste Sängerin Frankreichs, Aya Nakamura, soll die Olympischen Spiele in Paris mit einem Édith-Piaf-Stück eröffnen. Nakamura ist malischer Herkunft, stammt aus einer Griot-Familie in Bamako und hat seit ihrem fast eine Milliarde Mal geklickten Hit „Djadja“ vor sechs Jahren mit ihrem Franko-R&B international immer wieder Rekorde gesprengt. In einem ihrer Songs verneigt sie sich vor der malischen Sängerin Oumou Sangaré. Präsident Macron sieht Nakamura für die musikalische Eröffnung der Spiele am 26. Juli an den Seine-Quais von Paris als Idealbesetzung und trat persönlich mit der Bitte an sie heran, ihm einen Vorschlag für ein Chanson zu unterbreiten. Nakamura antwortete, sie sei ein großer Fan von Piaf.

Von Frankreichs Rechten hingegen bricht seit der Bekanntgabe ein Schwall von Hasskommentaren auf diesen Vorschlag und die Sängerin selbst ein: Nakamura sei „vulgar“, „peinlich“ und nicht geeignet, Frankreich zu repräsentieren, da in ihren Videos kein einziger Weißer vorkomme. Angriffe aus dem politischen Lager gibt es auch, etwa von Eric Zemmour von der rechtsextremistischen Partei Reconquête, der seit 2011 wegen rassistischer Diskriminierungen und Aufruf zum Hass mehrfach rechtskräftig verurteilt wurde. Marine Le Pen vom Rassemblement National spricht von einem Versuch Macrons, das Volk zu spalten. Gegen die Diskriminierung gehen zahlreiche Fans von Nakamura auf die Straße.

Text
Stefan Franzen

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