Buch: Jüdisch-arabische Musik Nordafrikas

„Recording History“„Recording History“Der amerikanische Historiker Christopher Silver hat ein Buch vorgelegt, in dem er die engen Beziehungen zwischen jüdischer und arabischer Musik in Nordafrika untersucht. „Recording History: Jews, Muslims, and Music Across Twentieth-Century North Africa“ (Stanford University Press) hat eine lange Entstehungsgeschichte. Silver wurde nach einem Besuch eines Plattenladens in Casablanca dazu animiert. Dort wurde ihm 2009 klar, wie viele Musiker im Maghreb in der Frühzeit der Plattenindustrie Juden waren und wie durch die Musik jüdisch-muslimische Beziehungen der Künstler untereinander und zum Publikum gepflegt wurden.

Silver fing daraufhin an, akribisch Platten und begleitende Dokumente zu sammeln. Sein besonderes Interesse gilt den Aufnahmen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die meistens als Schellack-Platten erhalten sind. Gleichzeitig interessierten ihn die Wechselbeziehungen der maghrebinischen Musik mit dem Westen, Einflüsse in Instrumentarium und Rhythmik aus Europa und Lateinamerika. Weitere Themen seiner Untersuchung sind Migration und die Rolle der Frauen im nordafrikanischen Musikgeschäft von damals. Auf seiner schon vor der Veröffentlichung des Buches gestarteten Seite gharamophone.com präsentiert er diese Aufnahmen in digitalisierter Form und kommentiert jedes einzelne Stück ausführlich.

Weiterführende Links
„Recording History: Jews, Muslims, and Music Across Twentieth-Century North Africa“
Gharamophone

Text
Stefan Franzen

Veröffentlicht am unter News

Registrieren zu jazzahead! 2024