Adam Pendleton Black DadaAdam Pendleton Black DadaDer 35-jährige Konzeptkünstler Adam Pendleton ist einer der großen neuen Stars der afroamerikanischen Kunst-Szene, in seinem Werk ist die Verbindung des Politischen und Persönlichen sehr nah. Einige neue Arbeiten, die jetzt unter dem Titel „Who We Are“ in beiden Dependancen der Galerie Max Hetzler gezeigt werden, sind dem afroamerikanischen Komponisten, Musiker und Performer Julius Eastman (1940-1990) gewidmet. 1979 entstanden Eastmans in jüngster Zeit wiederentdeckte und auch bei MaerzMusik und documenta 14 aufgeführte und vom Intakt-Label und dem Kukuruz Quartett veröffentlichte Klavierquartette „Evil Nigger“, „Gay Guerrilla“ und „Crazy Nigger“ – die Auseinandersetzung mit Blackness und Homosexualität zählen zu den Hauptthemen von Eastmans Minimal Music. Pendleton, der Eastmans Musik erst im Zuge des jüngsten Eastman-Revivals kennenlernte, gelingt es, die provokanten Titel und die Suche und Sucht nach neuer Musik, von der dessen Werk so nachhaltig geprägt ist, zu veranschaulichen.

In seinen neuen „Black Dada“- Werken visualisiert er mit schwarzer Siebdruckfarbe oder Sprühfarbe auf Leinwand und Papier sein Motto: Von der Zukunft sprechen, indem man die Vergangenheit reflektiert. Rassismus, schwarze Identität und Homosexualität sind große Themen in Pendletons Werk. Unfassbare Zärtlichkeit und Intensität prägen das Video „Ishmael in the Garden: A Portrait of Ishmael Houston-Jones“, das Pendleton 2018 mit dem schwulen schwarzen Choreografen und Tänzer Ishmael Houston-Jones in New York drehte. Unterlegt mit Musik von Chris Cochrane und dem Avantgarde-Album „Hallelujah, Anyway“, das 1999 zur Erinnerung an den Cellisten und Komponisten Tom Cora bei John Zorns Tzadik-Label erschien. Noch bis 29. Juni ist die Ausstellung „Who We Are“ von Adam Pendleton in der Galerie Max Hetzler zu sehen.

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Galerie Max Hetzler

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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