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Richie HavensIst am 22. April gestorben: Richie HavensEs ist eine der mythischen Szenen der modernen Musikgeschichte: Geschätzt eine halbe Million Musikfans lagern auf dem riesigen Farmgelände von Max Yasgur in Bethel, NY, und nur einer erklärt sich bereit, dieser bis dato größten Menschenansammlung überhaupt an jenem Spätnachmittag des 15. August 1969 gegenüber zu treten. Der baumlange Kerl im orangefarbenen Gewand kommt nach erheblichem Zaudern mit seinem Akustik-Trio auf die Bühne, stimmt zunächst eher verhalten Songs an, großartige Beatles-Cover und auch eigenes Material wie das herzzereißende „I Can’t Make It Anymore“ über das traurige Verlöschen einer Liebe. Nach fast einer Stunde gehen dem Mann die Stücke aus. Aus dem Nichts und ein paar Zeilen des Gospelsongs „Sometimes I Feel Like A Motherless Child“ stampft er eine Zugabe: „Freedom“ mit rasantem Plektronflug über die offen gestimmten Saiten und dieser unfassbaren Reibeisen-Kehle wird eine Hymne der Hippie-Bewegung.

Wie Richie Havens’ Karriere ohne dieses Eröffnungsset in Woodstock verlaufen wäre, kann man nur mutmaßen. So aber blieb sein Name über vier Jahrzehnte untrennbar mit dem Festival verbunden. Geboren wurde er 1941 in Brooklyn als Sohn eines Pianisten, machte dort auch seine ersten Schritte im Kirchenchor und in Doo-Wop-Gruppen. Als Schwarzer erkor er die weiß dominierte Künstlerszene von Greenwich Village zu seiner neuen Heimat, schuf aus diesem Clash ein Songwriting, mit dem er den Folk so seelenvoll machte, wie es vielleicht nur noch Terry Callier neben ihm gelang. Seine ersten Platten, darunter den Klassiker „Mixed Bag“, nahm er in den späten 1960ern auf, prägte parallel zu den eigenen Folk- und Bluesstücken sehr individuelle Cover-Versionen von Bob Dylan bis James Taylor. Havens’ unverkennbare Stimme, raspelnd-schneidend und zärtlich-bauchig, trug ihn auch bis in weniger geglückte Rockgefilde hinein, war in der Erstbesetzung von The Whos Rock-Oper „Tommy“ zu hören, später bei der Amtseinführung von Bill Clinton. Abseits der Musik wirkte er als Poet, Maler und Bildhauer, setzte sich auch für ökologische Belange ein, etwa mit der Gründung der Umweltschutzorganisation Natural Guard 1990. Am Montag, den 22. April, ist Richie Havens im Alter von 72 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Text: Stefan Franzen

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Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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