Jean-Luc PontyMit der hr-Bigband beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt: Jean-Luc PontyZum 43. Mal findet dieses Jahr das Deutsche Jazzfestival Frankfurt statt, das 1953 seine Premiere hatte und als das älteste kontinuierlich ausgetragene Jazzfestival gilt. Jedes Jahr auf’s Neue überlegen sich die verantwortlichen Festivalmacher des Hessischen Rundfunk ein Motto, unter das sie ihre Ausgaben gestellt haben. Für 2012 heißt es schlicht „Jazzrock jetzt!“. „Wie kann man nur so unbelehrbar sein und mit Jazzrock bzw. Fusion eine Stilrichtung zum Thema machen, die seit Jahren fast zu einem Schimpfwort verkommen ist? Wer will denn heute noch selbstgefällig in Synthesizer-Wolken versinken?“, fragen die Verantwortlichen in der Pressemitteilung: „Wer einem solchen Jazzrock-Verständnis huldigt, verkennt das Potenzial, das noch immer in diesem Bastard steckt: Er ist nicht tot zu kriegen und seine Energie und Lebenslust sind immer wieder ansteckend.“

Guenter Hottmann, Peter Kemper und Uli Olshausen beabsichtigen mit ihrem Festivalprogramm keineswegs, die Glanzzeiten dieser Gattung Ende der 1960er und ’70er zu reanimieren. Vielmehr will man vom 25. bis 27. Oktober zeigen, wie andere, vor allem jüngere Generationen mit der altehrwürdigen Gattung Jazzrock umzugehen wissen. Der Norweger Nils Petter Molvær zum Beispiel, der auch und gerade mit seinem aktuellen Trio das Klischee vom skandinavischen Jazz elektronisch gegen den Strich bürstet. Oder das Power-Trio The Aristocrats, dessen Mitglieder zu den goldenen Zeiten des Jazzrock noch nicht einmal geboren waren. Ein bisschen Geschichte darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Weshalb man gespannt sein darf, wie sich der französische Geiger Jean-Luc Ponty, ein früher Jazzrock- und Fusion-Recke, im Zusammenspiel mit der hr-bigband schlägt. Und natürlich fehlt das britische Jazzrock-Urgestein Soft Machine nicht im Programm, das als Soft Machine Legacy die eigene Legende fortschreibt. Aber auch die „Motto-freien“ Acts lesen sich spannend: Den Festival-Opener macht das Duo Michel Portal & Yaron Herman, zudem kommt das erfrischende Quartett Mostly Other People Do The Killing nach Frankfurt und Michael Wollny und Tamar Halperin öffnen zusammen mit der hr-Bigband ihre „Wunderkammer“. Das komplette Programm gibt’s auf der Festivalsite im Internet.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Creative Commons/Guillaume Laurent

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