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Dracula ClubDie Spielstätte beim Festival Da Jazz: Dracula ClubSt. Moritz ist als Winterkurort der Superreichen bekannt, den sie mit ihren privaten Langstreckenjets direkt anfliegen können. Nicht eine Jam Session, sondern ein Turmspringen im Pelzmantel bei 10 Grad Minus durch ein Schneeloch, ist das, was man normalerweise mit St. Moritz verbindet. Doch das ändert sich gerade. Der 33-jährige Festivalmacher Christian Jott Jenny hat die Erben des griechischen Reeder-Milliardärs Stavros Niarchos direkt gefragt, ob sie ihr 5-Sterne-Hotel Kulm seinem Festival zur Verfügung stellen würden.

Mit Erfolg. Ab 14. Juli herrscht reges Treiben in den aus dem Sommerschlaf gerissenen Hotelgängen: junge Leute aus Jennys Crew, Winter-Stammgäste, die extra für das Konzert mit Manhattan Transfer anreisen, Künstler, die sich in der mondänen Umgebung auf ihr Konzerte einstimmen. Ohne das Kulm, das der Guide Michelin als eines der weltweit führenden Hotels ausweist, wäre das Festival Da Jazz St. Moritz, das Jenny seit vier Jahren im nahe gelegenen Dracula Club veranstaltet, nicht möglich. Nur 150 Besucher passen in den Club, im Konzertraum gibt es eine Galerie und einen Lounge-Bereich mit roten Sitzelementen. Im Hinterzimmer, das die Musiker als Backstage nutzen, gibt es einen Tisch der Milliardäre. Die Bühne misst 3 mal 4 Meter und ist nicht erhaben.

Die ersten Jahre habe man Gratis-Arbeit geleistet, um das Festival in die richtige Position zu rücken, berichtet Jenny. Doch jetzt ist ein nationaler Großsponsor im Boot, damit erreichte das Budget immerhin schon mal den sechsstelligen Bereich. „Wir sind auf das Verständnis der Künstler und deren Management angewiesen“, erläutert Jenny. „Wir können keine Festivalgagen zahlen, wir sind ein Club-Gig.“ Dass sich unter den zahlreichen Konzerten und Sessions, die bis einschließlich 14. August stattfinden, große Namen wir McCoy Tyner, Ahmad Jamal, Monty Alexander, Till Brönner und Paul Kuhn finden, gehört zu Jennys großen Leistungen. Nur nicht um Geld bitten, lautet Jennys Devise. In St. Moritz wolle man spüren, das man für die Sache brennt.

Weiterführende Links:
Festival Da Jazz

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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