Berlin: Salon Nardal im HKW

Die Nardal-SchwesternDie Nardal-SchwesternDie Institution des literarischen Salons wird seit dem 17. Jahrhundert vor allem mit herausragenden weißen Schriftsteller:innen in Verbindung gebracht. Doch es gab mit Paulette und Jeanne Nardal ein Schwesternpaar, das in den 1920ern und ’30ern in Clamart bei Paris auch einen Ort für intellektuellen Austausch von Schwarzen schuf. Entscheidende Impulse für die „Négritude“-Bewegung kamen von dort, ebenso die bahnbrechende Zeitschrift „Revue du Monde Noir“. Das Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) belebt die Errungenschaften der Nardals am 28. und 29. November neu, mit der Reihe „The Nardal Salon, Re-enactments and Re-enchantments“.

„Indem der Pariser Salon mit anderen diasporischen Versammlungsorten wie Shebeens, Grins und Achombo-Häusern verbunden wird, fragt das Projekt, wie kritische, gemeinschaftliche Räume heute als Orte des Widerstands, der Solidarität und der Zukunftsgestaltung erhalten bleiben können“, heißt es auf der HKW-Website. Mit Literatur, Poesie, Tanz, Performance und Musik wird der Salon auf eine zeitgenössische Ebene gehoben. Musikalische Akzente setzt dabei eine Video-Performance-Installation von Pascal Obolo, der die Vorstellung zugrunde liegt, dass die Nardal-Schwestern noch immer zu uns sprechen. Sie ist Teil des Projekts „Afrikadaa – Politics Of Sound.“ Mit „Das schimmernde Geräusch des mondbeschienenen Meeres“ stellt Élodie Paul eine Performance auf guadeloupischem Créole, Französisch und Englisch vor, die mit Klang, Stimme, Summen und Stille einen kollektiven Moment des Erinnerns und der Transzendenz schafft. Und Vincent Bababoutilabo nutzt Interviews mit Paulette Nardal für eine Klangperformance, die zwischen Archivmaterial, Live-Musik und poetischer Fiktion angesiedelt ist.

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„The Nardal Salon, Re-enactments and Re-enchantments“

Text
Stefan Franzen
Foto
Catherine Bigon

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