In England starb am 5. Mai der Trompeter und Flügelhornist Nick Hill. Außerhalb der britischen Liveszene kaum bekannt, gehört er zu den Musikern, die keine discografischen Spuren, bei Kolleg/-innen aber einen umso stärkeren Eindruck hinterließen. Geboren am 26. Juli 1957, erblindete Hill im Alter von 20 Jahren als Folge seiner Diabetes-Erkrankung, war aber in seiner Heimatstadt Cambridge und in ganz Süd- und Mittelengland als Solist wie als Sideman aktiv, und spielte und veranstaltete regelmäßig in diversen Stützpunkten der britischen Liveclub- und Restaurant-Kette Pizza Express. „Grade 1 failed trumpet player“ lautete seine trockene Selbsteinschätzung, wie sich der Pianist Terence Collie in einem bewegenden Nachruf auf UK Jazz News erinnert.
Collie schließt mit den Worten: „Nick Hill war ein außergewöhnlicher Musiker, aber vor allem ein außergewöhnlicher Mensch: ungemein intelligent, ungemein witzig, unermesslich großzügig, eigensinnig, scharfsinnig und zutiefst loyal. Die britische Jazzszene ist ohne ihn ärmer, und all jene, die das Glück hatten, mit ihm auf der Bühne zu stehen, eine späte Heimfahrt zu unternehmen oder sich einfach nur mit ihm zu unterhalten, werden ihn nie vergessen.“