Berlin: Strom Festival

Christian FenneszChristian FenneszDie Berliner Philharmonie wird am 6. und 7. Februar Schauplatz des Strom Festivals für elektronische Musik. Mit Auftritten von Veteranen wie DJ Ben Klock (back to back mit Fadi Mohem), Christian Fennesz und Alva Noto und jungen Talenten wie der tunesischen Produzentin Azu Tiwaline und dem Percussionisten Cinna Peyghamy ist es das dritte Festival seiner Art. So wie das Programm der ausverkauften Vorgänger 2020 und 2023 wurde auch das Line-up von 2026 kuratiert vom Berliner DJ und Produzenten Stefan Goldmann. Dass experimentelle neben durchaus bodenständigen Vertretern der elektronischen Clubmusik im Hochkultur-Tempel Philharmonie auftreten, mag als Symptom des Berliner Clubsterbens gedeutet werden, sowie als Versuch des Hauses, nach Hamburger Vorbild ein jüngeres Publikum anzusprechen. Es ist aber auch ein Indikator dafür, was für feine und vielfältige Triebe sich aus dem sogenannten „Techno-Umfeld“ der 1990er-Jahre entwickelt haben.

Für den gereiften Geschmack stehen die hochauflösenden Ambient-Kompositionen des mexikanischen Producers Murcof, der in Zusammenarbeit mit dem visuellen Künstler Sergi Palau auch optischen Genuss verspricht, oder auch das Portfolio von Gitarrist Fennesz, der mit dem Dirigenten Oscar Jockel und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und der Karajan-Akademie ebenfalls Großes im Schilde führt. DJs wie die Berliner Szene-Patin Ellen Alien und der portugiesische Batida-Innovator Marfox versprechen dagegen eher rohe Energie und spielen im dafür geeigneten Foyer, wo auch die Installation „Jamming“ von Nevin Aladağ zu sehen und zu hören ist. Die aufwendigeren Konzerte und Soundcapes finden dagegen im bestuhlten Saal statt, dessen nach wie vor beeindruckenden Akustik, wie stets bei solchen raren Anlässen, mit ordentlich Stromverstärkung auf die Probe gestellt wird. Ohrstöpsel zum Gehörschutz werden im Foyer bereitgestellt. Vor Stroboskop-Lichteffekten wird im Programm ebenfalls gewarnt.

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Strom Festival

Text
Eric Mandel
Foto
Carsten Nicolai

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jazzahead! 2026