Hier war ein handverlesenes Septett am Werk – mit Evelin Degen (Flöte), Anna Neubert (Violine), Elisabeth Coudoux (Cello), Kathrin Pechlof (Harfe), Pascal Klewer (Trompete), Stefan Karl Schmid (Klarinette) und natürlich dem Leiter Christopher Dell am Vibrafon. Dell versteht sein „arbeitendes Konzert“ als einen Mix aus Installation und Performance, als einen kreativen Umgang mit Komposition und Konzept. Das Ergebnis – oder Zwischenergebnis – erinnert über weite Strecken an auskomponierte Neue Musik, ist aber offenbar wie in einem Free-Jazz-Kollektiv entstanden. Als Hörer ahnt man die musikalischen Vorgaben, spürt die harmonische Orientierung, atmet beinahe so etwas wie einen Rhythmus mit. Dabei gestaltet das Ensemble die offenen Räume immer wieder anders – mal in dichtem Pointillismus, mal in nur angedeuteten Tönen, mal in nervöser Unruhe oder mit glissandierendem Legato. Es wechseln Instrumentengruppen, mehrmals führt die Trompete. Die sieben Stücke (Gesamtlänge: über 74 Minuten) haben eine Lebendigkeit ganz eigener Art.
Text
Hans-Jürgen Schaal
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 05. Feb 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews