Songs schreiben kann er, das hat er bewiesen. Norah Jones, Madeleine Peyroux, Melody Gardot, Petra Haden und viele andere singen seine Stücke, auch ein George Benson und Smokey Robinson. Angestoßen wurde Harris‘ neues Album durch den Dirigenten und Arrangeur Maycon Ananias. Der bekam die Chance, mit einem estnischen Sinfonieorchester zu arbeiten, und schlug vor, bei dieser Gelegenheit für einige Songs von Harris eine Orchesterbegleitung zu komponieren und einzuspielen. Harris nahm seine neuen Stücke in New York auf, Ananias dirigierte in Tallinn. Ein paar Gäste lieferten noch Zutaten in diversen Studios in Brasilien, Mexiko und den USA, darunter Guilherme Monteiro (E-Gitarre) und Jake Sherman (Mundharmonika). Es ist ein einfaches Strickmuster, dem diese Drei-Minuten-Songs folgen – man glaubt schon beim ersten Mal, sie bestens zu kennen. Harris‘ helle Stimme, seine akustische Gitarre und das melancholische Midtempo erinnern dabei häufig an Paul Simon. Die Orchesterbeiträge – ihr Niveau wechselt – sind dominant abgemischt und definitiv hier die Hauptsache. Jazz? Fehlanzeige.
Text
Hans-Jürgen Schaal
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 16. Mrz 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews