Florian Ross mag Doppelungen. Bei ihm geht es zum Beispiel um „Lines & Crosscurrents“, „Pigs & Fairies“, „Reason & Temptation“, „Tunes & Explorations“. Es ist ein Bauprinzip seiner Musikprogramme, das Motive, Entwicklungen, Strukturen zwischen zwei Polen zusammenführt, zumindest als Einstieg der Kompositionen. Für „Plans & Drawers“ schließt sich der Pianist und Kölner Jazzprofessor mit der WDR Big Band zusammen und öffnet sein Skizzenbuch mit Arrangements, die über die Jahre hinweg zugedeckt, versteckt oder unvollendet waren. Die zwei Handvoll Songs reichen zurück bis in die 1990er, arrangieren Eigenes ebenso wie Standards aus der Perspektive der großorchestralen Transformierbarkeit, mal mehr, mal weniger klangvielfarbig und strukturell changierend. Im Zentrum stehen Sound und das Spiel mit Differenzierungen, weniger Swing und motivische Präsenz. Es ist Musik mit Expertise, Bigband für fortgeschrittene Hörende.
Text
Ralf Dombrowski
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 12. Feb 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews