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Jazz thing Next Generation Vol. 18

Berlin ist immer noch einer der Orte in Deutschland „where its at“. Das Quintett Subtone, das dort zueinander fand, stammt jedoch weitgehend aus Franken. Ihre Debüt-CD „High Tide“ (Double Moon/sunny moon) – die mittlerweile 18. Folge der Reihe „Jazz thing – Next Generation“ – ist ein feines Elaborat aus packendem Modern Jazz und BuJazzO-gestählter Interaktion, das sogar Till Brönner glücklich gemacht hat.

Subtone - High Tide

Subtone haben an der Berliner Universität der Künste zusammengefunden. Gleichzeitig sind Pianist Florian Höfner, Bassist Benjamin Hiesinger und Schlagzeuger Peter Gall drei Viertel des Quartetts des Saxofonisten Roman Ott (empfehlenswerte Debüt-CD auf Traumton/Indigo, siehe Jazz thing 68). Komplettiert werden Subtone durch den Trompeter Magnus Schriefl – richtig geraten: der kleine Bruder von ACT-Shooting-Star Matthias Schriefl – und den Alt und Sopransaxofonisten Malte Dürrschnabel, der auch ein versierter Flötist ist.

Seit Januar 2005 spielte man gemeinsam – und zwar zunächst Standards. „Wir haben aber von Anfang an anspruchsvollere Stücke gespielt, die nicht so häufig auf Sessions zu hören sind“, erzählt Florian Höfner, „etwa Songs von Kenny Garrett oder Dear Old Stockholm.“ Da alle fünf sich auch als Komponisten betätigen, lag der Schritt weg von den Standards und hin zum eigenen Repertoire nahe. Auf „High Tide“ finden sich Stücke von Höfner, Schriefl und Dürrschnabel, aber auch Hiesinger und Gall haben schon – wenn auch noch nicht auf CD – zum Repertoire der Band beigetragen.

„Die CD haben wir im Juni letzten Jahres auf eigene Kosten aufgenommen“, berichtet Florian Höfner, „und wir waren natürlich heilfroh, als Double Moon Interesse zeigte.“ Die Konjunktur für jungen deutschen Jazz, die im letzten Jahr – nicht zuletzt durch die Initiative von Double Moon und Jazz thing – stark angezogen hat, ist nämlich im Moment ziemlich gesättigt und viele Labels machen die Schotten erst einmal wieder dicht.

Dann kam noch ein enthusiastisches Lob von Deutschlands einzigem Jazz-Megastar, dem Sänger und Trompeter Till Brönner. „Es ist der Klang, der Subtone von der ersten Sekunde an in die erste Reihe heutiger Bandkonzepte stellt und mich bei der Stange hält“, schreibt Brönner in den Liner Notes der CD. „Subtone hat mich glücklich gemacht und das ist gar nicht so leicht!“

Was Brönner so glücklich macht, ist nun für jedermann deutlich zu hören: Es ist der subtile Quintettklang, bei dem Trompete und Saxofon lässig miteinander verschmelzen und eine dichte Rhythmusgruppe den Sound zusammenhält, der durch Exotismen wie Flöte und Akkordeon – seine Meisterschaft auf diesem Instrument hat Florian Höfner auch schon bei Roman Ott bewiesen – angereichert wird.

„Meine ersten Chops habe ich beim Landesjugendjazzorchester Bayern erhalten“, verrät Florian Höfner. „Seit Oktober 2003 studiere ich in Berlin.“ Dem Pianisten, der Herbie Hancock und Danilo Perez, aber auch Wynton Kelly und Oscar Peterson zu seinen Vorbildern zählt, ist bei Subtone der Bandklang besonders wichtig – also genau das, was auch Brönner so toll an dem Berliner Quintett findet.

„Natürlich gab und gibt es Musik, an der wir uns orientieren“, meint Höfner zur beliebten Frage nach den gemeinsamen musikalischen Helden, „etwa Oregon oder das Claudia Quintet des Schlagzeugers John Hollenbeck, aber es ist weniger die konkrete Musik dieser Bands, der wir nacheifern, sondern mehr das Gefühl für Transparenz und Pausen, das bei solchen und ähnlichen Gruppen deutlich wird.“

Till Brönner haben die Jungs übrigens bei einem Workshop kennen gelernt, seitdem besteht ein sporadischer Kontakt. Als er von Subtone um Liner Notes für die Debüt-CD gebeten wurde, hat er sich nicht lange bitten lassen – denn den Covertext von einem aktuellen Lehrer der Musiker schreiben zu lassen, „das hätte doch einen etwas merkwürdigen Geschmack“, findet Florian Höfner.

Präsent ist der Pianist übrigens nach wie vor im Bundesjazzorchester, in dem er noch zu Peter-Herbolzheimer-Zeiten Mitglied war. Aktuell geleitet wird die Nachwuchs-Big-Band von Marko Lackner, und sie bietet nach wie vor die Möglichkeit, Erfahrungen zu machen, die Höfner nicht missen möchte. Höfner, der mit charmantem fränkischem Akzent Auskunft erteilt, konnte in Berlin relativ schnell Fuß in der Jazzszene fassen. „Als Franke fällt man mit dem Dialekt in Berlin unweigerlich auf“, stapelt er tief.

Die Tour zur CD beginnt am 1. Juni auf dem Jazzfestival in Memmingen. Danach spielen sich Subtone über die Stationen Köln, München, Bad Aibling, Augsburg und Nürnberg hoch bis in den hohen Norden, wo sie dann Ende Juni auf der Jazz Baltica zu sehen und zu hören sein werden. Die Startlöcher sind also frisch geputzt – jetzt kann die musikalische Flut von Subtone unsere Ohren überrollen!

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