42: Südtirol Jazzfestival Alto Adige

Maria FaustMaria FaustZum 42. Mal findet vom 28. Juni bis 7. Juli das Südtirol Jazzfestival Alto Adige statt. Das Kuratorentrio Roberto Tubaro, Max von Pretz und Stefan Festini Cucco hat erneut ein Programm mit mehr als 50 Konzerten zusammengestellt, mit dem es den vielen jungen und auch experimentellen Musikszenen Europas eine Plattform gibt. Weil die oftmals ästhetisch und stilistisch entgrenzten Sounds dieser Bands und Musiker/-innen einen adäquaten Rahmen brauchen, hat man auch in diesem Jahr wieder unorthodoxe Orte, Plätze und Räume gesucht, die sich für ungewöhnliche Konzerterlebnisse eignen. Und gleich das Eröffnungskonzert verspricht ein echtes Highlight zu werden, wenn die estnische Saxofonistin Maria Faust ihr „Mass Of Mary“ mit 20 Sängerinnen und Sängern aufführen wird und das Festivalprogramm einen Twist hin zur Folklore Estlands und mittelalterlicher Polyphonie bekommt.

Der Berliner Schlagzeuger Tilo Weber ist dieses Jahr für das Festival so etwas wie ein „Improviser In Residence“, der in der improvisatorischen Kammermusik ebenso zu Hause ist wie in der freien Improvisation, elektronischer und komponierter Neuer Musik und mehrmals im Programm zu hören sein wird. Mit seinem Quartett Bonbon Flamme präsentiert der französische Cellist Valentin Ceccaldi einen wilden Ritt durch Prog-Rock und zeitgenössischen Jazz, während der Kölner Saxofonist Fabian Dudek sein komplex jazz-rockendes Stück „Day By Day“ mit seinem gleichnamigen Doppel-Trio aufführen will. Die französische Band INUI zeigt sich mit einer überraschenden Mixtur aus improvisiertem Jazz und elektronischer Trance, die im norwegischen Trondheim lebende, dänische Saxofonistin Mette Rasmussen kommt mit ihrer Band Økse nach Südtirol und die junge Schweizer Flötistin Nancy Meier wird ihr Querflötenquartett mit Schlagzeug (Weber) auf die Bühne bringen.

Und nun noch zu den Spielorten: „Basislager“ für das Südtirol Jazzfestival Alto Adige ist erneut der Kapuzinerpark in Bozen, aber auch in diesem Jahr sind viele weitere attraktive Spielstätten dabei, wie zum Beispiel das Kloster Neustift, der Bunker H in der Bozner Fagenstraße, der Ost West Club in Meran oder das Bergwerk in Ridnaun. Neu hinzugekommen sind unter anderem das Ottmanngut in Meran, das Rittner Horn, das Gasthaus Jocher am Vigiljoch und der Stadtplatz in Sterzing. Und im Bozener Sudwerk findet dieses Jahr zum zweiten Mal die Performance „Kabarila“ als fünfstündiges Jazz-Ritual statt, bei dem das Publikum tanzen oder entspannt zuhören kann.

Weiterführende Links
Südtirol Jazzfestival Alto Adige

Text
Martin Laurentius
Foto
Kroot Tarkmeel

Veröffentlicht am unter News

Deutscher Jazzpreis 2024