Der auch als Deutscher Jazzpreis bezeichnete Albert Mangelsdorff-Preis gilt als höchste Auszeichnung für Jazzmusiker in Deutschland. Der von der GEMA-Stiftung mit 15.000 Euro dotierte Preis wird durch die Union Deutscher Jazzmusiker seit 1994 alle zwei Jahre vergeben, 2011 ging er an Peter Brötzmann.

Seit fast 40 Jahren versteht sich die Union Deutscher Jazzmusiker e.V. (UDJ) als Sprachrohr der Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Deutschland. Gutes Timing bewiesen nun die Musiker, die den betagten Verein jüngst reformiert haben – quasi pünktlich zur aktuellen Jazz-Debatte im deutschen Feuilleton gab die Union den vollzogenen Generationswechsel bekannt. Zum neuen Vorstand der UDJ gehören jetzt auch die Musiker Julia Hülsmann (Vorsitz), Felix Falk (stellv. Vorsitz), Christoph Hillmann, Johannes Lauer, Christian Lillinger und Angelika Niescier. Dies sei eine Folge der Initiative für einen starken Jazz in Deutschland, der sich innerhalb weniger Wochen rund 1.000 Unterzeichner angeschlossen hatten, heißt es in der Erklärung des Vereins.

„Auf dieser Grundlage kam mit den Initiatoren dieses Aufrufs eine sehr fruchtbare Entwicklung in Gang, die unserer gemeinsamen Sache jetzt neuen Schwung verleiht“, so Manfred Schoof, scheidender Präsident und neuer Ehrenpräsident der UDJ. „Gemessen an der hohen Qualität und spannenden Kreativität von Jazz aus Deutschland ist die Situation und Anerkennung von Jazzmusikerinnen und -musikern immer noch schlecht. Es ist Zeit, dass wir uns zu einer starken Stimme vereinen, damit wir auf Bundes- und Landesebene Veränderungen einfordern können“, so die neue Vorsitzende Hülsmann in der Erklärung zur Neuorganisierung. Auch für Nicht-Musiker soll es nun möglich sein, die UDJ als Fördermitglied zu unterstützen.

In den nächsten Monaten werde es darum gehen, „die UDJ als politischen Ansprechpartner zu etablieren“. Gleichzeitig werde die inhaltliche Arbeit im Vordergrund stehen. Gemeinsam mit den Mitgliedern sollen die Ziele der künftigen Arbeit konkretisiert werden, dafür seien Arbeitsgruppen zu den folgenden Themen entstanden: Ausländische Fördermodelle, Jazz in den Medien, Jazz in der Schule / Nachwuchs sowie Spielstätten.

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Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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