Bezau Beatz 2020

Shawn Lee

Organisch und persönlich

Er hat Hunderte von Platten produziert, mit Künstlern wie Jeff Buckley, Amy Winehouse, Adrian Younge und Tony Joe White gearbeitet, ist wohl einer der produktivsten Musiker seiner Generation, ein Multi-Instrumentalist, Produzent, Singer-Songwriter, Komponist und Radio-DJ, der bisher auch 35 eigene Alben veröffentlichte.

Shawn Lee (Foto: Yvonne Schmedemann)

Nun kommt der aus Wichita, Kansas, stammende und in London lebende 55-Jährige mit „Rides Again“ (Légère/Broken Silence), seiner Reise in die eigene Vergangenheit, und beamt sich zurück zur soulinspirierten Country-Musik der 70er-Jahre.

„Die Musik dieser Zeit war auf breiter Front unglaublich und bietet mir immer noch endlos Spaß und Inspiration. Speziell der Soul jener Jahre ist erhaben und präsent in allem, was ich musikalisch mache“, meint Shawn Lee.

Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass Southern Soul und Country Music eine gemeinsame DNA haben und viele der großartigen Musiker wie Ray Charles, Bobby Womack oder Dobie Gray nicht nur in beiden Genres zu Hause waren, sondern sie auf Alben auch verknüpften. Das Label Stax und die Studios in Muscle Shoals sind gute Beispiele dafür, wie schwarze und weiße Musiker diese Wurzeln mühelos verschmolzen. In dieser Tradition ist auch Shawn Lees prickelnde Hommage zu hören. Erste Ideen dazu hatte er schon vor Jahren, aber es brauchte dann eine längere Reifezeit, bis er sein komplett allein eingespieltes, wunderbar positiv nach einem nie endenden Sommer klingendes Country-Soul-Album vollenden konnte.

„Seit 2005 habe ich keine Soloaufnahme mehr veröffentlicht. Als ich mich entschloss, diese Melodien zu machen, spürte ich, dass ich nun genau am richtigen Punkt in meinem Leben bin, um mit diesem Album zu kommen.“

Text
Olaf Maikopf
Foto
Yvonne Schmedemann

Veröffentlicht am unter 131, Feature, Heft