ELBJAZZ 2018

Dwight Trible

Liebe als Waffe

„Das ist eine sehr ernstzunehmende Zeit, in der wir gerade leben. Wir brauchen alle an Deck, ich spüre einen Aufruf zum Handeln. Und ich dachte, dieser Song ist ein guter Antrieb. Ich frage mich, ob Burt Bacharach den Song jemals so betrachtet hat? Es geht darum, Liebe als Waffe zu benutzen“, sagt der Soul-Jazzsänger Dwight Trible aus Los Angeles über seine atemraubende Version von „What The World Needs Now“, zu finden auf „Inspirations“ (Gondwana/Groove Attack), dem Album, das er zusammen mit dem Trompeter Matthew Halsall und dessen Band aufgenommen hat. Ein Album voller Klassiker wie Roberta Flacks „Tryin‘ Times“, Nina Simones „Feeling Good“ oder „Black Is The Colour Of My True Love’s Hair.“

Dwight Trible & Matthew Halsall (Foto: Nick Maroudias)
Die beiden haben sich 2016 auf dem Joy Of Jazz Festival in Südafrika kennengelernt, Halsall war schon zehn Jahre früher auf Dwight Trible aufmerksam geworden, auf dem Festival kam es schließlich bei „The Creator Has A Masterplan“ zum zündenden Moment für dieses Projekt, das deutlich anders klingt als die üblichen Aufnahmen solcher Klassiker. Die Synergie aus Tribles ausdrucksstarkem Gesang und der gewohnten Sanftheit von Halsalls Band öffnen neue Türen. „Dies sind verstörende Zeiten, und ich denke, Musik kann uns Trost und Inspiration geben. Ich glaube, dies spiegelt sich in der Auswahl der Songs wider“, ergänzt Matthew Halsall.

Dwight Trible arbeitete schon mit zahlreichen Musikern wie Norman Connors, Charles Lloyd, Patrice Rushen, Horace Tapscott oder auch Harry Belafonte zusammen, mit Letzterem verbindet ihn auch sein soziales Engagement, für das er schon viele Auszeichnungen bekam.

„Ich suche immer nach Leuten, die nicht nur gute Musiker sind, sondern Seelen, die einen wirklich rechtschaffenen Grund haben für das, was sie machen. Und die dies nicht nur in der Öffentlichkeit zeigen, sondern auch privat danach leben. Matthew ist einer dieser Menschen. Ich bin daran interessiert, in einem offenen Zustand der Hingabe zu sein, ohne zu beeinflussen, was dabei am Ende herauskommt für mich. Also lass uns schauen, was als Nächstes passieren wird. Es wird für mich, genauso wie für dich, etwas Neues sein.“

Text
Michael Rütten
Foto
Nick Maroudias

Veröffentlicht am unter 119, Feature, Heft
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