Susanne Alt

Dark Horse

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Susanne Alt – Dark Horse (Cover)Wer glauben mag, die in Amsterdam lebende Würzburgerin Susanne Alt würde sich einfach auf den von Candy Dulfer domestizierten Gaul setzen, um die Masche „Frau am Saxofon“ weiter zu bedienen, der wird durch ihre Version von Charlie Parkers „Au Privave“ schnell eines Besseren belehrt. Die 47-Jährige überzeugt mit einer schlanken, völlig eigenständigen Variante des Klassikers, in der sie weder Bird, Dulfer oder sonst wen kopieren muss, sondern einfach nur Alt pur am Altsaxofon serviert. Nicht nur dabei ist ihr Ton knackig, bauchig und enorm beweglich, die Linien folgen alle einer gewissen emotionalen Logik. „Dark Horse“, entstanden wie der Vorgänger „Royalty For Real“ in New York mit Keyboarder James Hurt, Bassist Gerald Cannon und Drummer Willie Jones III, stellt aber auch einen Quantensprung in ihrer Karriere dar. Ging es im ersten Teil der Session noch um eine Hommage auf Roy Hargrove, übernimmt nun die Komponistin Susanne Alt im Bop-, Groove-, Funk- und Soul-Duktus das Kommando, um der Saxofonistin und Flötistin Susanne Alt jede Menge Türen zu öffnen. Dabei entstand ein feines Exempel für Kreativität, Kommunikation und Freiheit.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 162

Veröffentlicht am unter Reviews

jazzahead! 2026