Der in Köln lebende, indische Perkussionist Ramesh Shotham begibt sich auf seinem neuen Album mit Freunden und Angehörigen auf eine Reise durch die Zeiten. Im ersten Moment klingt die Platte, als wäre sie Anfang der 1970er aufgenommen worden, als die Synthese von Jazz und indischer Musik noch relativ neu war. Das ist sicher gewollt, denn Musik wie Soundcollagen stecken voller Erinnerungen. Die Vertikale des Albums verläuft durch die Jahrzehnte, die Horizontale durch die Topografie von Ost und West. So gesehen ist „Weirdly In Time“ eine Art Schneeball der Imaginationen eines Mannes, der alles mitnimmt, was er in lebenslanger Erfahrung mitgenommen hat, und durch das anreichert, was vor ihm passiert ist und sich in der Zukunft antizipieren lässt. Stilistisch legt sich Shotham dabei überhaupt nicht fest. Traditionelles und modernes Indisches mischt sich mit Jazz, Rock und elektronischen Momenten zu einer musikalischen Ganzheitlichkeit, wie in einem Garten, den man durch verschiedene Pforten betreten kann, um so viele Perspektivwechsel wie möglich zu garantieren.
Text
Wolf Kampmann
Ausgabe
, Jazz thing 161
Veröffentlicht am 08. Jan 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews
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