Als er noch mittelloser DJ in Leeds war, kam George Evelyn mit fünf Pfund ziemlich weit. Das Geld investierte er Ende der 1980er in eine ramponierte alte Lautsprecherbox, taufte sie „Echo45″ – und seine Karriere begann. Gleich die erste Single auf dem Label WARP verkaufte sich 30.000 Mal. Jahrzehnte später ist Evelyn alias Nightmares on Wax eine Downtempo-Legende mit Lebensmittelpunkt Ibiza. Das zehnte Album ändert wenig bis gar nichts am Erfolgsrezept: gut gelaunter Dancehall, heftige Dubbässe, eine gute Portion HipHop und Beats, deren Raffinesse sich erst bei wiederholtem Hören erschließt. Schon möchte man kritisieren, wie sehr Evelyn auf Nummer sicher geht, da hört man „Ain’t So“ und eine Verwebung von House, HipHop und Gospel, so geschickt, wie sie wohl nur Nightmares on Wax beherrscht. Die britische Rapperin der Stunde, Greentea Peng, ist mit sattem Boom-Bap vertreten („I Remember“), dazu mehrfach Reggae-Adept Liam Bailey. Yasiin Bey alias Mos Def klang nie so bekifft wie auf „Bang Bien“. Chapeau, NOW!
Text
Jan Paersch
Ausgabe
, Jazz thing 161
Veröffentlicht am 08. Jan 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews
/* php _e( 'Comments are closed.', 'boilerplate' ); */ ?>