Erst 32, Schlagzeuger und schon fünf Alben unter eigenem Namen – da muss aber einer richtig gut sein, damit sich mehr als bloß der erweiterte Freundeskreis für dessen kreatives Schaffen interessiert. Jonas Sorgenfrei hat bestimmt schon viele überflüssige Wortspiele ob seines Namens erdulden müssen, aber gerade bei „Cracks In The Silence“ braucht er wirklich nicht zu befürchten, dass man dies überhören könnte. Die Aufnahmen, an denen arrivierte Kollegen wie der Pianist Rainer Böhm, der Saxofonist Florian Trübsbach oder Wanja Slavin als Produzent mitwirkten, spannen einen weiten Bogen von intimen Solo-, Duo- oder Trio-momenten über lyrische Quartettsettings bis hin zu kraftvollen Quintettstücken. Im zweiten Teil integriert Sorgenfrei elektronische Elemente in sein Schlagzeugspiel. Einige der zehn Stücke sind neu, andere hat der vielseitige Drummer für das Album umgearbeitet. Aus der stilistischen Vielfalt entstand so ein roter Faden mit dem Ziel, die Stille aufzubrechen, feine Risse sichtbar werden zu lassen und ganz bewusst Kontraste heraufzubeschwören, um sich neue Perspektiven zu erschließen.
Text
Reinhard Köchl
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 12. Mrz 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews