Zürich: Phonem Festival

Emilie ŠkrijeljEmilie ŠkrijeljHeute beginnt in Zürich das dreitätige Phonem Festival für improvisierte und spartenübergreifende Musik. Es ist die elfte Ausgabe des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals, aber die erste unter neuem Namen, nachdem es von 2006 bis 2024 unter dem Titel Zwei Tage Zeit stattfand. Der gleichnamige, gemeinnützige Verein fungiert nach wie vor als Ausrichter. Unter der künstlerischen Leitung von Frantz Loriot und Marina Tantanozi wird nun allerdings auch der Sonntag bespielt und der Zeitrahmen damit auf drei Tage erweitert. Austragungsort ist seit 2022 der Kunstraum Walcheturm, wo das Trio OTTO ab 20:30 Uhr die Festivitäten eröffnet: Camille Emaille, Pol Small und Gabriel Valtchev spielen alle die aus dem Balkan stammende Felltrommel Tapan und eine Reihe sekundäre Percussion-Instrumente und erzeugen damit eine rohe pulsierende Musik, in der komponierte und freie Parts ineinanderfließen. Zweiter Act des ersten Abends ist Michael Vorfeld. Sein Programm mit dem vielsagenden Namen „Lightbulb Music“ verspricht flackernde Lichter, knisternde Rhythmen und leuchtende Drones.

Der Samstag beginnt um 16:00 Uhr mit drei Solo-Auftritten: Die experimentelle Akkordeonistin Emilie Škrijelj, gefolgt von Kontrabassist Ivar Roban Krizic und Kayu Nakada, der aus manipulierten Schaltkreisen eine Mischung aus Klang- und Elektroschrott-Skulpturen kreiert. Im Anschluss beginnt der theoretische Teil des Festivals mit einer Präsentation der Gärtnerin, unabhängigen Forscherin, Autorin und Klangkünstlerin Juliette Volcler und wird am nächsten Tag mit einem Talk mit Ivar Roban Krizic fortgesetzt. Das Konzertprogramm am Sonnabend beginnt mit einer sinnlich-meditativen Klanglandschaft, erzeugt von Marie Cecile Reber (live und field sampling) und Sebastian Strinning (Kontrabassklarinette & Tenorsaxofon) in quadrophonischem Sound. Dem folgt ein Auftritt des improvisierenden Duos SBATAX, in dem Schlagzeuger Antonin Gerbal und Tenorsaxofonist Bertrand Denzler Flows und Patterns erforschen und zu asymetrischen Zyklen und Loops finden.

Am Sonntagmorgen können sich Frühaufsteher in einem Workshop von Škrijelj in die erweiterten Klangmöglichkeiten ihres „Surrounded Accordeon“ einführen lassen, mit dem sie am Vortag auf der Bühne stand. Die Konzerte am Sonntagabend beginnen mit einem Dialog zwischen Anna Frey (Spoken Word) und Florian Stoffner (Gitarre). Unter dem Titel „first meetings“ begegnen einander anschließend erstmals Elena Kakaliagou (Waldhorn) und Joana Aderi (Stimme, Laptop, Electronics), gefolgt vom abschließenden Konzert des Trios Omnivore, bestehend aus Vera Baumann (Stimme), Lua Junck (Electronics) und Silvan Jeger (Cello).

Weiterführende Links
Phonem Festival

Text
Eric Mandel
Foto
Lê Quan Ninh

Veröffentlicht am unter News

Andromeda Mega Express Orchestra: Live-Act Of The Year 2025