Cymande: Reunion & Tour

CymandeCymandeAuch wenn die britische Funkband Cymande (sprich: Si-mahn-day) ihre größten Erfolge in den USA feierte: Ihre Bedeutung für das Londoner Kontinuum aus Funk, Soul und karibischer Musik ist nicht zu unterschätzen. „Diese acht Musiker waren für die westindische Musik, was Osibisia für westafrikanische Klänge war“, bringt es der britische Autor Lloyd Bradley in seinem Kompendium „Sounds Like London“ auf den Punkt. Zusammengesetzt aus Kindern westindischer Einwanderer, war Cymande eine der ersten Bands, die Nyabinghi-Trommeln und damit Rastafari-Vibrationen in die Londoner Live-Szene brachte – und das nicht, wie gewohnt, im Gewand von Ska, Rocksteady oder Reggae, sondern als Mischung aus US-Funk, Soul und dem jamaikanischen Jazz von Count Ossie oder Cedric Im Brooks, die sie selbst „Nyah-Rock“ nannten. Drei Alben dokumentieren ihre Hochphase 1972 bis 1974. Sie blieben auch deswegen relevant, weil US-HipHopper sie in den1990er-Jahren als Samplefutter nutzten. So wurde „Dove“ vom selbstbetitelten ersten Cymande-Album von den Fugees, dem Wu-Tang Clan und EPMD benutzt.

Nach vereinzelten Wiedervereinigungen begann 2022 das Londoner Label Partisan (unter anderem Ezra Collective, Witch), die drei ersten Platten der Band wieder zu veröffentlichen. Parallel sorgte der Dokumentarfilm „Getting It Back – The Story Of Cymande“ (2022) für erneutes Interesse an der Band, was dazu führte, dass die überlebenden Bandmitglieder sich zu einer weiteren Reunion entschlossen. Ohne die 2020 verstorbenen Musiker Trevor White und Pablo Gonsales entstand 2025 das Album „Renasence“ (BMG), das direkt an den Sound ihrer ersten drei Werke anschließt. Die dazugehörige Tour führt die Band um die Gründungsmitglieder Steve Scipio (Bass) und Patrick Patterson (Gitarre) für nur einen Gig nach Deutschland: am 8. Oktober spielt Cymande in Huxley’s Neuer Welt in Berlin. Weitere Stationen in der EU finden sich auf der Band-Website.

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Text
Eric Mandel

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