RIP: Robbie Robertson

Robbie RobertsonRobbie RobertsonDurch „The Night They Drove Old Dixie Down“ (Juliane Werding verlegte die Bürgerkriegs-Handlung des Songs in ihrer deutschen Fassung „Am Tag, als Conny Kramer starb“ kurzerhand ins Essener Drogenmilieu) war er schon zu Lebzeiten unsterblich. Robbie Robertson, der Gitarrist von The Band, hat viele Songs geschrieben, aber diesen einen kennt wirklich jeder. Der wurde unzählige Male gecovert, unter anderem von Joan Baez, den Black Crowes, Johnny Cash, Johnny Logan und Jerry Garcia.

Jaime Robbie Robertson wurde 1943 im kanadischen Toronto geboren und spielte zunächst in der Begleitband des Sängers Ronnie Hawkins. Aus The Hawks wurde schließlich The Band, der vor Arroganz nur so triefende Name erwies sich als durchaus berechtigt, denn Platten wie „Music From Big Pink“ waren tatsächlich künstlerisch bahnbrechend und kommerziell überaus erfolgreich. Bei seinen Bandkollegen Levon Helm, Richard Manuel, Garth Hudson und Rick Danko machte er sich unbeliebt, als er The Band, die auch oft als Begleitband von Bob Dylan fungierten, anlässlich des spektakulären Konzertes „The Last Waltz“ mit Gästen wie Dylan, Neil Young, Joni Mitchell, Neil Diamond, Van Morrison und Dr. John 1976 kurzerhand auflöste. Obwohl The Band ohne ihn oft wieder zusammenfand, war die Gruppe nie wieder so erfolgreich wie in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre.

Robertson schrieb fortan Filmmusik („Raging Bull“) und schlug eine Solokarriere ein. Insbesondere sein erstes namenloses Solo-Album war exzellent und enthielt ikonische Songs wie „Somewhere Down The Crazy River“ und „Fallen Angel“. Keyboarder Garth Hudson war der einzige Musiker von The Band, der auf „Robbie Robertson“ mitspielte – dafür aber U2, Daniel Lanois, Terry Bozzio, Manu Katché, Peter Gabriel und Tony Levin. Ein begnadeter Sänger war Robertson wahrlich nicht, aber ein virtuoser Gitarrist, der vor allem in den hohen Lagen brillierte – sein Duell mit Eric Clapton in „The Last Waltz“ ist hörens- und sehenswert. Vor zwei Jahren wurde Robertson in die „American Academy of Arts and Sciences“ gewählt, am 9. August starb er nach langer Krankheit in Los Angeles im Alter von 80 Jahren.

Text
Rolf Thomas
Foto
CC BY-SA 2.0/John Mathew

Veröffentlicht am unter News

JAZZDOR STRASBOURG-BERLIN-DRESDEN 2024