Cosmo Sheldrake: Musizieren mit Federvieh

Cosmo Sheldrake 'Wake Up Calls'Cosmo Sheldrake ‚Wake Up Calls‘Musikmachen nicht nur in, sondern auch mit der bedrohten Natur, scheint ein neuer Trend zu werden. Vogelgesang ist dabei prädestiniert, wie sich schon auf den LPs des ehemaligen Greenpeace-Aktivisten Robin Perkins alias DJ El Búho zeigte, der die Melodien bedrohter Vogelarten Zentral- und Südamerikas in seine Beats einbaute. Ein junger Engländer namens Cosmo Sheldrake geht mit seinem Album „Wake Up Calls“ auf dem eigenen Label Tardigrade Records jetzt noch einen Schritt weiter: Seine Songs sind ausschließlich aus dem von ihn selbst aufgenommenen Gesängen bedrohter Vogelarten des UK zusammengesetzt, die er mit der „Logic Pro“-App rhythmisiert, geloopt, verlangsamt oder beschleunigt hat.

Die Stars in Sheldrakes Songs heißen Ziegenmelker, Heckenbraunelle, Nachtigall, Eule, Dommel oder Sumpfrohrsänger. Sheldrake, Sohn des britischen Biologen Rupert Sheldrake, der die Theorie der morphischen Felder aufstellte, interessiert sich seit seiner Jugend für Musikethnologie, Instrumente asiatischer Kulturen und anglo-amerikanischen Folk. Für seine „Bird Songs“ fand er Vorbilder bei den nordamerikanischen Ureinwohnern und Pygmäen, die die Topografie ihrer Heimat in ihre Musik konkret einbeziehen.

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Cosmo Sheldrake

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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