Otis ReddingOtis Redding

Seinen größten Hit hatte Otis Redding nicht mehr erlebt: Als der Song „(Sittin‘ On) The Dock Of The Bay“ am 16. März 1968 die Nummer 1 der amerikanischen Pop- und R&B-Charts wurde, war der Sänger vier Monate zuvor tragisch bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen – viel zu jung, mit gerade einmal 26 Jahren. Vier Tage vor seinem Tod war er mit seiner Band noch im Studio und spielte in einer langen Aufnahmesession auch dieses Stück ein, das posthum Reddings Titel, der „King of Soul“ zu sein, untermauern sollte. Zu der Zeit war der Soul-Sänger auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Nachdem er für das Soul-Label Stax Records aus Memphis in den Jahren zuvor schon einige seiner Songs in die Top-Ten der R&B-Charts gebracht hatte, bedeutete sein Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967 endlich seinen Durchbruch beim breiten Publikum.

Am 18. Mai veröffentlicht Rhino Records nun das Album „Dock Of The Bay Sessions“, dessen Track-List unter anderem vom Redding-Biografen Jonathan Gould zusammengestellt wurde. Das Gros der Songs ist zwar schon auf einigen früheren Otis-Redding-Compilation-CDs erschienen. Doch der Plan der Initiatoren dieses Albums war es, diese Songs, die alle bei Reddings letzter Studiosession entstanden sind, zusammen zu veröffentlichen, um zu zeigen, wie die Platte hätte klingen können, wenn sie tatsächlich zu Ende produziert worden wäre. „Dieses Album ist der ersten Hinweis auf einen neuen Otis Redding“, schreibt der Musikjournalist Bob Stanley in den Liner-Notes von „Dock Of The Bay Sessions“, „der das Publikum in Europa umgehauen hatte und der auf dem Monterey Pop Festival eine völling neue Fan-Crowd gewonnen hatte.“

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Otis Redding

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News