Eric SchaeferEric SchaeferIm Grunde könnte man in Münster die sprichwörtlichen Korken knallen lassen: Denn vor 40 Jahren, 1978, wurde das Internationale Jazzfestival Münster gegründet, dessen erste Ausgabe noch vom Allgemeinen Studentenausschuss (ASta) der Universität organisiert worden war. Eine wechselvolle Festivalgeschichte nahm allerdings auch ihren Anfang. In den ersten Jahren wechselten mehrmals die Veranstaltungsorte, nach dem ASta übernahm der Jazzclub die Verantwortung für das Jazzfestival, nach dessen Konkurs organisierte ab Mitte der 1980er die Stadt das Festival. Acht Mal war die Halle Münsterland Austragungsort – mit Konzerten mit Stars wie zum Beispiel Ornette Coleman, Don Cherry, Chick Corea und John McLaughlin. Doch 1994 gab es erneut eine Finanzierungskrise und das Festival musste pausieren. Mit dem Neustart 1997 zog man zum einen in das Theater Münster um und entschloss sich zum anderen, das Internationale Jazzfestival als Biennale zu veranstalten – und zwar nicht mehr im Sommer, sondern zum Jahresanfang. Seit 2004 gibt es den eintägigen Konzertabend Jazz Inbetween in den „geraden Zwischenjahren“, ebenfalls am ersten Januarwochenende.

Fritz Schmücker, seit 1999 alleiniger künstlerischer Leiter des Jazzfestivals, hat mit seinem Programm stets darauf geachtet, unbekannte, manchmal sogar „ungehörte“ Musik auf die Bühne des Theaters Münster zu bringen. Sein Schwerpunkt lag zumeist auf der improvisierten, aktuellen Musik Europas, wobei er durchaus geschaut hat, Brücken rüber in die USA oder in andere Regionen der Welt bauen zu lassen. So auch mit der 2018er-Ausgabe von Jazz Inbetween am 7. Januar. Gleich der erste Act ist eine Live-Premiere: Der Schlagzeuger Eric Schaefer setzt seine jazzmusikalische Hommage an das fernöstliche Land Japan, „Kyoto Mon Amour“, mit seinem neuen Projekt „Ticket To Osaka“ fort, gefolgt von der finnischen Band Mopo, über die der TV-Kulturkanal ARTE sagt: „Pure Energie ist das Trio Mopo, das eine Mischung aus Jazz und Punk darbietet.“ Zum Festivalabschluss betritt das ukrainisch-amerikanisch-isrealisch besetzte Trio des Pianisten Vadim Neselovskyi die Bühne und spielt eine Musik an der Schnittstelle zwischen Improvisiertem und Komponierten. Alle Infos gibt es auf der Jazz-Inbetween-Website im Internet.

Weiterführende Links
Jazz Inbetween

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Gregor Hohenberg

Veröffentlicht am unter News

CLOSE
CLOSE