BerlinFreie Musikszene in Berlin gegen Änderungen der Förderstruktur

Es brodelt in den Berliner Musikszenen. Aus Sicht der Initiative „Musik 2020 Berlin“, in der sich 400 Künstler, Labels, Clubs und Verlage engagieren, geht es um 10 Millionen Euro „Pop“-Fördergeld. Bisher standen von den 370 Millionen Euro Kultursubventionen in Berlin nur 300.000 dem Pop zur Verfügung und 675.000 der freien E-Musik-Szene. Der Jazz ist in diesem Jahr noch mit gut 120.000 Euro am Pop-Etat beteiligt. Befürchtet wird nun, dass die bisherige Förderstruktur zur Disposition steht. In einer bis zum 20. November laufenden „Onlinepetition der freien zeitgenössischen Musikszene Berlins zur Situation der Senatsförderung“haben sich mittlerweile über 1.600 Musiker und Aktivisten eingetragen.

Von der zuständigen Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten und dem Staatssekretär für Kultur wird darin die Beibehaltung der bereits bestehenden Förderstrukturen unter Hinzuziehung turnusmäßig wechselnder Fach-Jurys gefordert. „Um außerdem der gestiegenen Anzahl von in Berlin lebenden Musikern und den in den letzten Jahrzehnten enorm erhöhten Lebenserhaltungskosten gerecht zu werden, fordern wir darüber hinaus eine Erhöhung des Förderbudgets auf jährlich zwei Million Euro für die gesamte freie zeitgenössische Musikszene und eine klare Abgrenzung dieser bewährten Förderprogramme von etwaigen Interessen von Wirtschaft & kommerzieller Musikindustrie.“ Die Errichtung eines Proben- und Produktionshauses für die freie Szene sowie eine Spielstättenförderung für in dieser Szene relevante Veranstaltungsorte und Clubs seien dabei die dringendsten Maßnahmen, so die Initiatoren.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News
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