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Bogotá entdeckt den Afrobeat

Der Sound des kolumbianischen Undergrounds

Solidarität statt Ellbogen

Río Magdalena / KolumbienSimón Mejia ist einer von ihnen und mit der Entwicklung außerordentlich zufrieden. Er ist der Gründer von Bomba Estéreo und hat gemeinsam mit Sängerin Lilian Saumet und den Kollegen an Bass und Gitarre der Cumbia Beine gemacht. „Fuego“ lautet der größte Hit, mit dem sie gerade in Argentinien, Chile, Mexiko und den USA auf Tour sind. Im Sommer ist ihr „Electro Tropical“ aus Bogotá dann auch in Europa zu hören. „Wir sind Teil einer Welle von Bands, die unsere eigene Musikkultur neu interpretieren“, freut sich der Soundtüftler mit dem Kinnbart. Dabei mischen sich in den Bands auch die Kulturen. So stammt Bomba-Sängerin Lilian von der Karibikküste und Simón aus Bogotá.

Bei La Makina del Caribe ist der Clash der Kulturen noch größer, denn jedes der sieben Bandmitglieder kommt aus einer anderen Region und hat musikalisch andere Vorlieben. „Dadurch klingt jedes Stück anders und enthält andere Zutaten“, erklärt Fabían Morales von La Makina del Caribe. Ähnlich vielfältig arbeiten Systema Solar, die traditionelle afrokaribische Stile wie Porro, Bullerengue und Champeta mit House, Techno und Rap-Grooves zu ihrem „Berbenautika“ fusionieren. Zwischen den Bands gibt es regen Kontakt. So lassen Choc Quib Town Stücke von Richard Blair von Sidestepper remixen, und Lucas Silva arbeitet mit anderen Produzenten wie Iván Benavides gelegentlich zusammen. „Kontakte entstehen auch am DJ-Pult, denn viele von uns legen schließlich auch auf und schicken sich dann Mixe übers Netz zu“, erklärt Silva. Er arbeitet gelegentlich mit den wenigen alternativen Labels wie Surfonic vom schon erwähnten Iván Benavides und Polen Records von Bomba Esteréo zusammen.

Proberaum bei Son Batá in MedellínNeue Clubs wie das erst im letzten Juli eröffnete „Boogaloop“ in Bogotás 58. Straße tun ein Übriges und fungieren als Kontaktbörse. Ende Februar fand hier auch die Record Release Party von „Afritanga“ statt. Für die Compilation afrokolumbianischer Musik von gestern und heute ist kurioserweise kein Kolumbianer verantwortlich, sondern mit Tio Chango ein Berliner DJ, den es nach Bogotá verschlagen hat. Über die Turntables ist er in die Szene gerutscht und längst bestens bekannt mit Lucas Silva, Fabían Morales von La Mákina del Caribe oder Tostao von Choc Quib Town. „So war es dann auch nicht weiter schwer, die Bands davon zu überzeugen, etwas zu einem Sampler beizusteuern“, erinnert sich Steen Thorsson alias Tio Changó, der zwischen Bogotá und Berlin pendelt, wenn es Zeit und Geldbeutel zulassen. In Berlin fungiert er dabei auch als Anlaufpunkt für noch weitgehend unbekannte Bands wie La Makina del Caribe. Die sind im Juni und Juli erstmals in Europa unterwegs, während Choc Quib Town etwas später kommen und nur auf den großen Festivals spielen werden.

In Medellín bei Son Batá wird der Tourplan genau studiert. „Für unsere Kids ist das pure Motivation und ein Beispiel für den Weg aus dem Kreislauf der Gewalt“, so der 24-jährige Nene. Der studiert mittlerweile Englisch und Musik und ist auch im Studio mit von der Partie. Der Traum von der eigenen CD und der Tour von Son Batá ist auch in der Comuna 13 präsent. Choc Quib Town haben es doch vorgemacht.

Anspieltipps

Bomba Estéreo Estalla (Polen Records/Import)
Systema Solar Systema Solar (Chusma Records/Import)
Choc Quib Town: Oro (World Connection/edel Kultur)
Cumbia Bestial Compilation (Chusma Records/Import)
V.A. Afritanga – the Sound of Afrocolombia (Trikont/Indigo)
V.A. Palenque Palenque: Champeta Criolla & Afro Roots in Colombia 1975?–?91 (Palenque Records/Soundway/Indigo)

Text
Henkel
Foto
Knut Henkel

Veröffentlicht am unter 89, Feature, Heft